SVP und Meise sind nun leise

ARBON. Der Streit um die Skateanlage in Arbon hat jahrelang gedauert. Die SVP und der Vogelschutzverein Meise bekämpften das Projekt. Seit der Eröffnung im Juli ist die Kritik aber verstummt.

Tanja von Arx
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Der Zeitpunkt, bei dem Ruhe einkehrte: Skater und Scooter nehmen bei der Eröffnung den Skatepark im Seepark von Arbon in Beschlag. (Bild: Max Eichenberger)

Der Zeitpunkt, bei dem Ruhe einkehrte: Skater und Scooter nehmen bei der Eröffnung den Skatepark im Seepark von Arbon in Beschlag. (Bild: Max Eichenberger)

Es ist ruhig, erstaunlich ruhig. Der Streit um den Skatepark in Arbon zog sich über Jahre hin, und Wellen warf er in kurzen Abständen. Immer wieder wehrten sich insbesondere die SVP und der Natur- und Vogelschutzverein Meise gegen die Anlage auf dem Seeparkareal (siehe Zweittext). Sie sahen die Landschaft gefährdet und die Vogelarten bedroht. Seit der Eröffnung im Juli hört man davon jedoch nichts mehr.

«Kann noch nichts dazu sagen»

Angesprochen auf seine Zwischenbilanz nach einer Saison, sagt SVP-Parlamentarier Andrea Vonlanthen: «Dazu kann ich noch nichts sagen.» Es gelte, die nächsten zwei Jahre abzuwarten. Die SVP werde ein Auge darauf werfen, ob der Verein Skatepark Arbon weitere Mittel etwa für die Infrastruktur benötige und ob er sich an die Vereinbarung mit der Stadt halte, die Anlage zu unterhalten, für Sauberkeit zu sorgen und die Sicherheitsregeln auf den Hinweisschildern zu beachten. Vonlanthen betont, dass die SVP nicht gegen den Skatepark, sondern gegen den Standort dafür gewesen sei. Und die Kritiker hätten damals ein überparteiliches Komitee gebildet. «Von den 37 Personen zählten nur 13 zur örtlichen SVP.»

Es gilt, den Frühling abzuwarten

Ähnlich klingt es von Seiten des Natur- und Vogelschutzvereins Meise. «Es ist zu früh, um Bilanz zu ziehen», sagt Präsidentin Erica Willi. Der Verein habe sich vor allem um die Vögel gesorgt. Die Zugvögel suchten jedoch erst in der kalten Jahreszeit Zuflucht in der Bucht nahe der Anlage, und die Brutzeit gefährdeter Arten wie Teichrohrsänger, Gelbspötter oder Schwanzmeise sei erst zwischen April und Juni. Diesen Zeitraum gelte es abzuwarten. Abfall habe sie darüber hinaus nicht bemerkt, sagt Willi. Sie sei aber auch nicht viel dort. Derweil wünscht sich die Vereinspräsidentin, dass auf der Anlage keine Grossanlässe stattfinden, wie es der Verein Skatepark Arbon kommunizierte.

Die Stadt ist sehr zufrieden

Stadtpräsident Andreas Balg sagt demgegenüber: «Wir sind sehr zufrieden.» Der Betrieb beim Skatepark sei ruhig, die Skater und Scooter seien engagiert, und die Stadt habe keine gravierenden Beschwerden betreffend Lärm oder Abfall erhalten. In diesem Sinn hätten sich die Befürchtungen von SVP sowie des Vogel- und Naturschutzvereins Meise nicht bestätigt.

Andrea Vonlanthen SVP-Parlamentarier, Urheber der Initiative gegen den Skatepark

Andrea Vonlanthen SVP-Parlamentarier, Urheber der Initiative gegen den Skatepark

Erica Willi Präsidentin Natur- und Vogelschutzverein Meise (Bilder: pd)

Erica Willi Präsidentin Natur- und Vogelschutzverein Meise (Bilder: pd)