Super-Wahltag ist super

ARBON. Die Fraktionspräsidenten des Arboner Stadtparlaments sind sich einig: Der Super-Wahltag war ein Erfolg und soll in vier Jahren wiederholt werden. Dennoch gibt es auch kritische Worte.

Michèle Vaterlaus
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Die Parteien gewinnen dem Super-Wahltag viel Positives ab. Unter anderem müssen sie nur einmal Wahlkampf betreiben. (Bild: Max Eichenberger)

Die Parteien gewinnen dem Super-Wahltag viel Positives ab. Unter anderem müssen sie nur einmal Wahlkampf betreiben. (Bild: Max Eichenberger)

Zum ersten Mal hat Arbon den Stadtrat und das Parlament am selben Wochenende gewählt. Ziel dieses Vorgehens war eine höhere Wahlbeteiligung bei den Parlamentswahlen. Die Parteien urteilen positiv über den Super-Wahltag. «Über alles gesehen hat sich das gelohnt. Die Wahlbeteiligung war bei den Parlamentswahlen höher als vor vier Jahren», sagt CVP-Präsident Philipp Hofer. Vorteile der Zusammenfassung der Wahlen sieht er auch für den Wahlkampf. «Die Parteien können Ressourcen sparen, weil sie nur einmal einen Wahlkampf lancieren müssen.» Roman Buff, Fraktionspräsident EVP/CVP ist ebenfalls der Meinung, dass der Super-Wahltag gelungen ist. «Für uns ist das Ergebnis durch die höhere Wahlbeteiligung natürlich viel aussagekräftiger.»

Zu viele ungültige Stimmen

Silke Sutter Heer, FDP-Fraktionspräsidentin, ist voll des Lobes für das Wahlbüro: «Ich muss allen ein Kränzchen winden. Die Ergebnisse wurden laufend veröffentlicht, und am Schluss waren die Ergebnisse schneller da als erwartet.» Das Ziel habe man eindeutig erreicht, deshalb würde sie einen Super-Wahltag in vier Jahren wieder unterstützen. «Eine gute Sache», stimmt SP-Fraktionspräsident Peter Gubser in das Lob ein. Doch er äussert auch Kritik. «Man müsste grosszügiger sein, wenn es um die Gültigkeit der Stimmzettel geht.» Grund ist, dass viele ungültige Stimmzettel eingegangen seien. Viele hätten ihre Zettel nämlich nicht in das kleine graue Couvert getan. Die Stimmen waren somit ungültig. «Da muss man abwägen, ob das Wahlgeheimnis oder der Wählerwille wichtiger ist. Ich finde Letzteres wichtiger.» Diese Kritik übt auch Andrea Vonlanthen, SVP-Fraktionspräsident. Zu viele ungültige Stimmen gab es seiner Meinung nach auch, weil die Wähler oft nicht wissen, wie Proporzwahlen funktionieren. In der Tendenz sei der Super-Wahltag aber positiv zu werten.

Arbon als Vorbild für andere

Gubser sieht die Stadt Arbon als Vorbild für andere: «Ich bin überzeugt, dass andere Grossgemeinden bald nachziehen und Parlament und Stadtrat am selben Tag wählen werden.»

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