SULGEN: Sie träumte von roten Schuhen

Die Pestalozzi-Schule in Sulgen blickt auf ihr zehnjähriges Bestehen zurück. Das Jubiläum feierte sie mit einem Fest, an dem Patricia Kelly auftrat.

Hannelore Bruderer
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Patricia Kelly liest in Sulgen aus ihrer Autobiographie. (Bild: Hannelore Bruderer)

Patricia Kelly liest in Sulgen aus ihrer Autobiographie. (Bild: Hannelore Bruderer)

SULGEN. Als erste standen bei der Feier, die am vergangenen Freitagabend stattfand, die Schülerinnen und Schüler auf der Bühne. Dann trat Patricia Kelly ins Scheinwerferlicht. Das Mitglied der legendären Kelly-Family lobte den Gesang der Jugendlichen und freute sich darüber, dass die Schüler auch ihr Buch «Der Klang meines Lebens» gelesen hatten. Einige Passagen ihrer Autobiographie las Patricia Kelly den rund 260 Gästen vor.

Ein emotionales Thema

Patricia Kelly erzählte, wie sie sich als kleines Mädchen in ein Paar rote Schuhe verliebt hatte. Diese schienen zunächst unerreichbar, weil Papa fand, so teure Schuhe brauche das kleine Mädchen nicht. «Ich konnte nur noch an diese Schuhe denken. Ihr wisst, was ich meine?», unterbrach Kelly ihre Lesung.

Die Resonanz, besonders beim weiblichen Publikum, liess keine Zweifel offen – neue Schuhe können auch im Thurgau ein hochemotionales Thema sein. Wie durch ein Wunder bekam die kleine Patricia die Schuhe dann doch noch von ihrer Mutter geschenkt. «Woher meine Mutter das Geld hatte, weiss ich bis heute nicht. Ich war so stolz auf die Schuhe, dass ich beim Verlassen des Ladens nur noch auf meine Füsse starrte und wohl in ein Dutzend Menschen hineingelaufen bin», erzählte Kelly.

Aufmerksames Publikum

Ihre Lesung lockerte die Autorin und Sängerin mit akustischen Songs auf, bei denen sie auch immer wieder das Publikum zum Mitsingen animierte. Auch ein Stromausfall brachte den prominenten Gast nicht aus der Ruhe. Kelly komponierte spontan ein Lied dazu.

Mucksmäuschenstill wurde es im Saal, als die Gastrednerin davon berichtete, wie sie als Zwölfjährige die schwere Krankheit ihrer Mutter und deren Tod erlebte. Still bis zur letzten Note blieb es, als Patricia Kelly danach ihre eindringliche Version des berühmten Songs «Amazing Grace» zum besten gab.

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