SULGEN: Ringen um die beste Lösung

Regula Notter-Dürner vermisst umfassende, verständliche Informationen über die Ortsplanungsrevision. Wichtige Fragen blieben unbeantwortet, kritisiert die Präsidentin der CVP Aach-Thur-Land.

Georg Stelzner
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Regula Notter-Dürner, Präsidentin der CVP Aach-Thur-Land, studiert die Änderungen in der Sulger Ortsplanung. (Bild: Georg Stelzner)

Regula Notter-Dürner, Präsidentin der CVP Aach-Thur-Land, studiert die Änderungen in der Sulger Ortsplanung. (Bild: Georg Stelzner)

SULGEN. «Ich hätte mir gewünscht, dass die Gemeinde in einer Broschüre über relevante Änderungen im Rahmen der Ortsplanungsrevision informiert, so wie es der Bund bei seinen Abstimmungsvorlagen macht», sagt Regula Notter-Dürner. Die Präsidentin der CVP Aach-Thur-Land übt auch Kritik an der Dauer der Vernehmlassung. In Anbetracht der komplexen Materie seien vier Wochen zu wenig. «Um zu verstehen, was geplant ist, musste ich Experten aus der Baubranche konsultieren, und das hat viel Zeit gekostet», gibt Regula Notter-Dürner zu bedenken. Sie ist überzeugt, dass es vielen anderen Einwohnern der Gemeinde nicht besser ergangen ist.

Die Parteipräsidentin würde etwa interessieren, weshalb die Umgebungsschutzzonen nicht mehr Bestandteil der Raumplanung sind und warum die Öffentlichkeit über das «Einfrieren» der Bauzone Donzhausen nicht informiert wird. In einem Workshop sei die zurückhaltende Erweiterung der Bauzonen in den Aussendörfern noch thematisiert worden, der Planungsbericht gehe jedoch nicht mehr darauf ein. In Donzhausen könnten Baulücken sinnvoll geschlossen werden, argumentiert Regula Notter-Dürner. Von der Ansiedlung junger Familien würde auch die Schule des Dorfes profitieren.

Ruf nach Offenlegung und Transparenz

Im Bericht der Ortsplanungskommission wird der Verfügbarkeit der Bauzonen ein hoher Stellenwert beigemessen. Soweit planerisch sinnvoll und möglich sind auch die Anliegen der Grundeigentümer berücksichtigt worden. Regula Notter-Dürner vermisst diesbezüglich eine «übergeordnete Aussage zur passenden und nachhaltig sinnvollen Entwicklung der Gemeinde als prioritären Kernpunkt».

Die Präsidentin der CVP Aach-Thur-Land äussert den Verdacht, dass – zumindest in einem Fall – dem geschäftlichen Interesse einer Einzelperson Rechnung getragen worden sei. «Das kann und darf nicht sein!», sagt Regula Notter-Dürner und fordert im Hinblick auf alle künftigen Verhandlungen und Massnahmen eine Offenlegung und damit eine grössere Transparenz.

Gebiet Pfattagger: Sackgasse mit Wendeplatz?

Wie die Thurgauer Zeitung bereits in ihrer Ausgabe vom 22. September berichtete, steht insbesondere die geplante Einzonung des Gebietes Pfattagger am östlichen Dorfrand im Fokus der CVP-Kritik. Regula Notter-Dürner hätte sich gewünscht, dass stattdessen das Richtplangebiet entlang der Grabenhaldenstrasse eingezont wird. Dies hätte ihrer Ansicht nach den Vorteil, dass eine Erschliessungsstrasse schon vorhanden wäre.

Im Planungsbericht sucht die Parteipräsidentin auch vergeblich eine Antwort auf die Frage, warum ausgerechnet dieses Richtplangebiet auch noch um die Hälfte reduziert werden soll. Die für den Pfattagger vorgesehene Sackgasse mit Wendeplatz erachtet sie als keine ideale Lösung. Gemeindepräsident Andreas Opprecht zeigt sich dialogbereit: «Bei einer Änderung im Bereich Pfattagger braucht es nach Auswertung aller Feedbacks sicherlich noch weitere Erklärungen und Gespräche.»

«Ich möchte nicht den Bau weiterer Einfamilienhäuser verhindern, aber ich bin der Meinung, dass es bezüglich Einzonungen bessere Lösungen gibt», erklärt Regula Notter-Dürner.