SULGEN: Pioniere erfahren Wertschätzung

Die Kinder, die das «Murmelhaus» besuchen, haben Grund zur Freude. Die Ärztegesellschaft Thurgau hat der Institution aus dem Aach-Thur-Land eine Spende in Höhe von 5000 Franken zukommen lassen.

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Weder der Vorstand des Murmelhaus-Trägervereins Sulgen–Schönenberg-Kradolf noch die Murmelhaus-Leiterin Gabriela Pfister hatten damit gerechnet. Ihre Leistungen zur vorschulischen Integration von Kindern mit Migrationshintergrund sind letzten Montag von unerwarteter Seite gewürdigt worden. Mark Ebneter, Chefarzt an der Klinik Littenheid und Vorstandsmitglied der Ärztegesellschaft Thurgau, überbrachte einen Cheque im Wert von 5000 Franken.

Die Ärztegesellschaft Thurgau unterstützt jedes Jahr ein Projekt mit Vorbildcharakter, das mit relativ geringem Aufwand viel erreicht und nachhaltig wirkt. «Die Aktualität des Themas Integration und der Ansatz, mit der Integration bereits bei Kindern im Vorschulalter zu beginnen, gaben den Ausschlag, dass die Wahl heuer auf das ‹Murmelhaus› gefallen ist», sagte Ebneter. Es ist kein Zufall, dass im Vorstand des Vereins viele Personen aus dem schulischen Umfeld sind. Denn abgesehen von den Kindern, die das «Murmelhaus» besuchen, sind es die Schulen, die stark von einer frühen Integration profitieren. Zuhause lernen Kinder aus einem Elternhaus mit Migrationshintergrund oft nur ihre Muttersprache. Beherrschen sie die deutsche Sprache auch beim Schuleintritt noch nicht gut genug, haben sie gegenüber ihren Klassenkameraden einen klaren Nachteil. Im «Murmelhaus», das bis zu zwölf Kinder im Alter von drei und vier Jahren unterschiedlicher Nationen besuchen, wird Hochdeutsch gesprochen. «Dass sich alle in einer gemeinsamen Sprache verständigen können, ist eines unserer wichtigsten Ziele», sagte Gabriela Pfister. Weitere Aspekte seien die Ablösung vom Elternhaus und das Spielen mit anderen Kindern in der Gruppe.

Geld kommt direkt den Kindern zugute

«Die Idee ist 2006 geboren worden», erklärte Vorstandsmitglied Sybille Janett dem interessierten Gast aus Littenheid. Es habe dann aber noch vier Jahre bis zur Realisierung gedauert. Es sei ein Glücksfall gewesen, dass sich die Gemeinden Sulgen und Kradolf-Schönenberg bereit erklärt hatten, das Projekt alljährlich finanziell zu unterstützen.

Die Spende der Ärztegesellschaft fliesst nicht in die laufende Rechnung. «Wir eröffnen mit den 5000 Franken ein separates Konto, mit dem wir ausschliesslich Sachen finanzieren, die direkt den Kindern zugute kommen», erläuterte Irma Suter, Präsidentin des Vereins Murmelhaus.

Hannelore Bruderer

bischofszell@thurgauerzeitung.ch