SULGEN: Kampfansage an die Zersiedelung

Im Jahr 2015 entschlossen sich die Gemeindebehörden von Sulgen und Kradolf-Schönenberg, die Revision der Ortsplanung gemeinsam anzugehen. Am Mittwoch stellten sie erste Resultate dieser Arbeit vor.

Hannelore Bruderer
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Bürger aus Sulgen und Kradolf-Schönenberg liessen sich im Auholzsaal aus erster Hand über die Revision der Ortsplanung informieren. (Bild: Hannelore Bruderer)

Bürger aus Sulgen und Kradolf-Schönenberg liessen sich im Auholzsaal aus erster Hand über die Revision der Ortsplanung informieren. (Bild: Hannelore Bruderer)

SULGEN. Ein Grossteil des Siedlungsgebietes der Gemeinden Sulgen und Kradolf-Schönenberg sind eng miteinander verbunden. Damit diese Nähe bei der künftigen räumlichen Entwicklung optimal genutzt werden kann, erarbeiten die beiden Gemeinden die Revision der Ortsplanung gemeinsam. So können Flächen für bestimmte Nutzungen über das ganze Gebiet festgelegt werden. Seit dem Entscheid zur Zusammenarbeit sind erste Gespräche mit Grundeigentümern geführt worden, und die 15köpfige Ortsplanungskommission hat sich zu acht Sitzungen getroffen. Einen ersten Konzeptplan haben die beiden Gemeinden am Mittwoch im Auholzsaal der Öffentlichkeit vorgestellt.

Konzentration auf Zentren

Die Dörfer Buhwil, Neukirch an der Thur, Götighofen, Donzhausen und Hessenreuti sind der Kulturlandschaft zugeteilt worden und Kradolf, Schönenberg und Sulgen gelten als kompakter Siedlungsraum.

Durch Zonenänderungen soll das bauliche Wachstum in den als Kulturlandschaft ausgewiesenen Gebieten eingedämmt und in jenen, die als kompakter Siedlungsraum gelten, gefördert werden. «Die Ortsplanung ist eine der wichtigsten Aufgaben der Gemeindebehörden. Sie ist für die räumliche Entwicklung der nächsten rund 25 Jahre massgebend», erklärt Walter Schönholzer, Gemeindepräsident von Kradolf-Schönenberg.

BTS/OLS spielen eine Rolle

Deshalb müssten bei der Planung auch überregionale Projekte berücksichtigt werden, wie beispielsweise das Strassenbauprojekt BTS/OLS. Die geplante, bessere Verkehrsanbindung mit der BTS gibt den Takt bei der Festlegung der künftigen Gewerbe- und Industriezonen an. Diese konzentrieren sich zu einem grossen Teil auf die Gebiete nördlich der Romanshornstrasse, entlang der Kradolfstrasse und auf das bereits bestehende Industriegebiet Bädli. Andere Aspekte, wie die Nähe zu Schulen und Freizeitanlagen, spielen beim Festlegen der Wohnzonen ein Rolle. «In beiden Gemeinden bestehen viele Mischzonen mit Wohnhäusern und Gebäuden für die gewerbliche Nutzung. Solche Mischzonen werden durch die neue Ortsplanung abnehmen», erklärt Raumplaner Andreas Niklaus, der das Projekt leitet. «Auf bereits bestehende Bauten hat die revidierte Ortsplanung aber keinen Einfluss. Eine Umzonung kommt erst bei Umnutzungen oder Neubauten zum Tragen.» Die Dorfzonen beschränken sich neu nur noch auf die historischen Dorfkerne.

Dichter und höher

In den speziell ausgewiesenen Zentrumszonen in der Nähe der Bahnhöfe Sulgen und Kradolf müssen Wohnbauten mit bis zu vier Stockwerken erstellt werden. «Durch die Möglichkeit des höheren und dichteren Bauens erfahren einige Grundstücke eine Aufwertung», sagt Andreas Opprecht, Gemeindepräsident von Sulgen. «Es wird aber auch Grundstücke geben wird, die wegen einer Auszonung nicht mehr bebaut werden können. Wir wollten die Bevölkerung deshalb möglichst früh über die Ortsplanungsrevision informieren.»

Die nächsten Schritte sehen vor, dass der gemeinsame Teil der Planung, das Siedlungs-, Verkehrs- sowie Natur- und Landschaftskonzept bis im Sommer abgeschlossen sind. Dann erfolgt eine öffentliche Vernehmlassung. Parallel dazu verläuft die Vorprüfung durch den Kanton. Nach Berücksichtigung der Rückmeldungen dieser beiden Verfahren wird jede Gemeinde einzeln ihren Zonenplan, Richtplan und ihr Baureglement ausarbeiten. Nach einer öffentlichen Auflage soll über die Revision der Ortsplanung an den jeweiligen Gemeindeversammlungen – voraussichtlich im Jahr 2018 – abgestimmt werden.