SULGEN: «Ich freue mich täglich, zur Arbeit zu kommen»

Als Gemeinderatsmitglied gestaltete Walter Senn von 2010 bis 2016 die Geschicke der Gemeinde auf strategischer Ebene mit. Mit seiner Wahl zum Gemeindeschreiber wechselte er auf die operative Ebene.

Hannelore Bruderer
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Walter Senn an seinem Arbeitsplatz. (Bild: Hannelore Bruderer)

Walter Senn an seinem Arbeitsplatz. (Bild: Hannelore Bruderer)

Walter Senn, wie haben Sie sich eingelebt an Ihrer neuen Wirkungsstätte?

Gemeindepräsident Andreas Opprecht und die Mitarbeiter der Politischen Gemeinde haben mich sehr gut aufgenommen und tatkräftig unterstützt. Mein Vorgänger Werner Minder hat mir ein gut strukturiertes Arbeitsfeld überlassen. Meine Sachbearbeiterin Stefanie Hauser hatte, bevor ich die Stelle antrat, die Aufgaben gut gemeistert und unterstützt mich täglich mit ihrem fundierten Wissen. Ich freue mich täglich, zur Arbeit zu kommen.

Welche Aufgaben umfasst Ihre Arbeit?

Ich bin tätig als Werk- und Bauverwalter, bearbeite Baugesuche, besichtige mit den Ressortverantwortlichen Strassen- und Bauprojekte, mache Bauabnahmen und überwache brandschutztechnische Vorgaben bei der Realisierung, leite Werkkoordinationssitzungen für Neu- und Umbauten und trage die Verantwortung für den Werkhof. Als Gemeindeschreiber verfasse ich Protokolle von den Sitzungen des Gemeinderats, der Baubehörde und diversen Kommissionen und die Protokolle der Gemeindeversammlungen. Zusammen mit dem Gemeindepräsidenten darf ich für die Bevölkerung bedeutende Verträge, Reglemente und Bewilligungen unterzeichnen. Weiter organisiere ich den Ablauf im Abstimmungs- und Wahlbüro am kommenden Wochenende.

In welchem Aufgabengebiet fühlen Sie sich besonders wohl?

Ich schätze es besonders, Baustellen von der Planung bis und mit zur Realisierung zu begleiten. Ich bin gerne bei Augenscheinen vor Ort dabei und bringe mich gerne in diversen Projekten ein. Das Mitwirken bei der Einführung des neuen Werkhofleiters Aldo Ringger ist lehrreich und spannend.

Sie haben keine Verwaltungslehre gemacht, kommen als Quereinsteiger aus der Privatwirtschaft zur öffentlichen Verwaltung. Was ist anders bei Ihrer neuen Stelle?

Das Interesse gilt dem Wohl der Bevölkerung und nicht der Gewinnmaximierung in einem stark umkämpften Markt. Die Rahmenbedingungen in der öffent­lichen Verwaltung sind deutlich stärker vorgegeben, und der Handlungsspielraum ist durch Gesetze eingeschränkt. Die demokratischen Strukturen sind manchmal etwas schwerfälliger und verlangsamen Entscheidungsprozesse. Die Arbeitszeit ist geregelt, und das selbständige Arbeiten ist auch hier wieder möglich.

Als Gemeinderat standen Sie bereits in der Öffentlichkeit, wenn auch mit anderem Aufgabengebiet. Konnten Sie von Ihrem Amt für Ihre jetzige Position profitieren?

Bestimmt, die Tätigkeit in der Baubehörde bringt mir auch heute noch viele Vorteile. Die Zusammenarbeit als Gemeinderat mit den unterschiedlichen Ressorts erleichtert mir die Aufgabe als Gemeindeschreiber wesentlich. Ich war schon vorher integriert und mit einbezogen.

Welche Aufgaben oder ­Projekte werden Sie in naher Zukunft am meisten beschäftigen?

Das sind diverse Grossbauprojekte, gemeindeeigene Investitionen wie zum Beispiel die Abdankungshalle auf dem Friedhof in Sulgen und natürlich die Organisation und die Mitarbeit bei der Zusammenlegung der Werkhöfe von Kradolf-Schönenberg und Sulgen.