SULGEN: Es geht nicht ohne Feingefühl

Mit dem Fällen von zwei Linden beginnt am Dienstag nach Ostern die Sanierung des Friedhofs. Der Terminplan sieht vor, dass die Arbeiten bis Oktober dieses Jahres abgeschlossen sind.

Hannelore Bruderer
Merken
Drucken
Teilen
Besprechen auf dem Friedhof von Sulgen den Bauplan: Gemeindepräsident Andreas Opprecht, Gemeinderat Werner Herrmann, Architekt Guido Santschi und Gemeinderätin Maja Brühlmann Zwahlen. (Bild: Hannelore Bruderer)

Besprechen auf dem Friedhof von Sulgen den Bauplan: Gemeindepräsident Andreas Opprecht, Gemeinderat Werner Herrmann, Architekt Guido Santschi und Gemeinderätin Maja Brühlmann Zwahlen. (Bild: Hannelore Bruderer)

Hannelore Bruderer

bischofszell@thurgauerzeitung.ch

An der Gemeindeversammlung im Mai 2016 haben die Stimmbürger der Politischen Gemeinde Sulgen einem Baukredit in Höhe von 1,3 Millionen Franken zugestimmt. Im Rahmen dieser Summe sollen das bestehende Ge-bäude auf dem Sulger Friedhof saniert und beidseitig davon zwei neue Pavillons erstellt werden. In einem der Neubauten entstehen drei Katafalkräume, der andere dient als Versammlungsraum.

Im sanierten historischen Friedhofgebäude werden sich künftig eine behindertenge- rechte Toilettenanlage und ein Pfarrzimmer befinden. Letzten November genehmigte das Stimmvolk zusätzlich einen Betrag von 230 000 Franken für die Sanierung der Friedhofmauer, damit alle Bauarbeiten zur gleichen Zeit erfolgen können.

Architekt Guido Santschi von der Reno + Plan Bauplanung AG verweist auf die speziellen Rahmenbedingungen auf dieser Baustelle: «Damit Trauernde bei ihrem Friedhofbesuch durch die Bauarbeiten möglichst wenig gestört werden, wird der ganze Baubereich eingewandet. Und wenn auf dem Friedhof Abdankungen stattfinden, werden die Bauarbeiten eingestellt und alle Wege ­geräumt», erklärt er. Trotz Bau- stelle werden alle Zugänge zum Friedhof offen bleiben. Zu Umbettungen wird es durch die Bautätigkeiten nicht kommen, da Abklärungen ergeben haben, dass sich im Bereich der Neubauten keine Grabfelder befinden.

Bevor mit dem Bauen begonnen wird, müssen als Erstes jene beiden Linden gefällt werden, die nahe beim bestehenden Friedhofgebäude und im Bereich der Neubauten stehen. Die beiden Bäume werden nach der Fertigstellung der Friedhofanlage ersetzt. Die Bauplanung sieht vor, dass die beiden neuen Pavillons, die aus vorgefertigten Elementen bestehen, noch vor den Sommerferien aufgerichtet werden können. Danach erfolgen der Innenausbau und die Sanierung des bestehenden Gebäudes.

Der bisherige Kiesplatz rund um die Bauten verschwindet. Er wird durch einen neuen Hartbelag ersetzt. Parallel dazu erfolgt die Sanierung der Friedhofmauer. Damit die Friedhofbesucher auch hier möglichst wenig gestört werden, erfolgen die Arbeiten etappenweise. So wird nur der jeweilige Abschnitt abgesperrt, an dem gerade gearbeitet wird. Für die Sanierungsarbeiten müssen ausser im östlichen Teil die Thujahecken entlang der Mauer gerodet werden. Auf Wunsch der Nachbarschaft, die eine entsprechende Petition eingereicht hat, wird die Hecke im Herbst durch eine Neubepflanzung ersetzt.

Handwerker aus der Region kommen zum Zug

Da bereits über vier Fünftel der Aufträge vergeben worden sind, ist Werner Herrmann, Gemeinderat und Mitglied der Baukommission, zuversichtlich, dass der finanzielle Rahmen eingehalten werden kann. «Da kostengünstiger, kamen bei fast allen Auf- trägen Betriebe aus den Gemeinden, die am Sulger Friedhof beteiligt sind, zum Zug.»

Für die Koordination des Friedhofbetriebs mit den Bauarbeiten steht die Bauherrschaft in engem Kontakt mit den Ver- tretern der Evangelischen und der Katholischen Kirchgemeinde. Gemeinderätin Maja Brühlmann Zwahlen, Mitglied der Friedhofkommission, sagt: «Während der Bauphase können wir Lärm- immissionen nicht gänzlich ver- meiden. Wir zählen deshalb auf das Verständnis der Friedhof- besucher und Anwohner.»