SULGEN: Ein Gebot der Vernunft

Mehr als zwei Jahrzehnte führte Rolf Schadegg einen eigenen Verkaufsladen. Mitte März ist damit Schluss. Seinen Beruf wird der Ofenbauer aber weiterhin ausüben.

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Ofenbauer Rolf Schadegg in seinem Laden. Bild: Georg Stelzner. (Bild: Georg Stelzner)

Ofenbauer Rolf Schadegg in seinem Laden. Bild: Georg Stelzner. (Bild: Georg Stelzner)

«Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, aber was soll ich machen, wenn die Rentabilität einfach nicht mehr gegeben ist», sagt Rolf Schadegg. Die Wehmut in seiner Stimme ist nicht zu überhören. Das Kundenverhalten habe sich in den letzten Jahren markant verändert, das Einkaufen im Internet, wo es keinen persönlichen Kontakt mit den Kunden mehr gebe, sei zu einer übermächtigen Konkurrenz gewor- den, stellt Schadegg fest.

Mitte März wird der Ofenbauer seinen Laden nach 23 Jahren für immer schliessen und den Geschäftssitz nach Kradolf ver- legen. Viermal haben Kunden bis dahin noch Gelegenheit, im Fachgeschäft an der Romanshornstrasse 3 einzukaufen, und das zu stark reduzierten Preisen. «Schnäppchenjäger kommen auf ihre Kosten», verspricht Schadegg, der über Frauenfeld und Märstetten in den Neunzigerjahren nach Sulgen kam. «Ursprünglich habe ich eine Maurerlehre begonnen, diese Ausbildung aber abgebrochen, weil die Tätigkeit nicht meinen Vorstellungen entsprach», erzählt Schadegg, der jetzt seit 31 Jahren mit Leib und Seele selbständiger Ofenbauer ist. Vieles habe sich verändert. «So wie früher könnte ich heute nicht mehr arbeiten. Ich musste mich laufend weiterbilden.»

Auf die Dienste des Fachmanns wird man trotz der baldigen Ladenschliessung nicht verzichten müssen. Mit seinem Mitarbeiter wird sich Rolf Schadegg auf den Umbau alter Einrichtungen wie Cheminéeanlagen und Kachelöfen konz entrieren. Zum Angebot gehören weiterhin Speck- und Speicheröfen sowie neue Cheminées und Kamine. Nur den Verkaufsladen wird es ab dem 16. März nicht mehr geben.

 

Georg Stelzner

georg.stelzner@thurgauerzeitung.ch

Die letzten Öffnungstage

Samstag, 4. und 11. März, jeweils von 9.30 bis 12 Uhr und von 13.30 bis 16 Uhr; Mittwoch, 8. und 15. März, jeweils von 13.30 bis 18 Uhr. Telefon: 076 445 21 71