SULGEN: Die Blutbuche bleibt stehen

Das Baugesuch der Primarschulgemeinde Sulgen für einen neuen Doppelkindergarten im Oberdorf liegt auf. Das im vergangenen Herbst vorgestellte Projekt hat noch einige Änderungen erfahren.

Hannelore Bruderer
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Ernst Ritzi Präsident Primarschulgemeinde Sulgen (Bild: Donato Caspari)

Ernst Ritzi Präsident Primarschulgemeinde Sulgen (Bild: Donato Caspari)

SULGEN. Das Grundkonzept für den neuen Doppelkindergarten sei gleich geblieben, halten Linus Weber, Präsident der Baukommission, und Ernst Ritzi, Präsident der Primarschulgemeinde Sulgen, fest. «Wir haben die Grundidee zusammen mit den Architekten jedoch weiterentwickelt und Anregungen von aussen einfliessen lassen», erklärt Linus Weber den Entwicklungsprozess der letzten Monate.

Bei den Projektänderungswünschen hätte sich das Architektenteam sehr kooperativ und konstruktiv verhalten, sagt Linus Weber. «Wir haben so innerhalb des Kostenrahmens einige betriebliche und bauliche Verbesserungen vornehmen können.» Die radikalste Abkehr vom ursprünglichen Projekt ist der Wechsel vom Beton- zum Holzbau. Holz sei kostengünstiger, ebenso langlebig und technisch einfacher zu verarbeiten, begründet Linus Weber diesen Schritt.

Auf Beton verzichtet wird auch beim Dach. Es wird mit Metall gedeckt und erhält östlich und westlich Vordächer. Durch die kleinere Aussenabmessung bei gleichbleibendem Raumvolumen wirkt der gesamte Bau nun leichter. Von aussen am augenfälligsten ist das vergrösserte Oblicht, das nun den ganzen Mittelteil zwischen den beiden Kindergartenzimmern überspannt und erhellt.

«Durch das leichte Versetzen der Garderoben im Innenraum sind diese nun besser getrennt. Das ist vor allem dann ein Vorteil, wenn beide Kindergartenklassen gleichzeitig die Garderoben benützen», erklärt Ernst Ritzi. Diesen Vorschlag hätten Stimmbürger an der Gemeindeversammlung gemacht.

Baum war ein Anliegen

Ein grosses Anliegen der Bevölkerung war der Erhalt der Blutbuche. «Die Buche bleibt stehen und wird durch die Bautätigkeiten keinen Schaden nehmen», beruhigt der Schulpräsident.

Bei der Detailplanung zugezogen worden sind auch die Kindergärtnerinnen. Aufgrund ihrer Erfahrungen sind Anpassungen bei den sanitären Anlagen und in den Kindergartenzimmern vorgenommen worden. So werden die Küchenzeilen aus der Mitte der Kindergartenzimmer an deren Seitenwände verlegt. Dadurch können die Räume je nach Bedarf als Ganzes genutzt oder durch flexible Trennelemente unterteilt und verkleinert werden.

Sechs neue Parkplätze

An der Informationsveranstaltung und der Gemeindeversammlung wurde von verschiedenen Seiten die Parkplatzsituation angesprochen. Südlich des neuen Schulhauses, an der Gartenstrasse, werden sechs zusätzliche Parkplätze gebaut. Der Spielplatz westlich des Schulhauses wird dadurch nicht tangiert und bleibt erhalten. Durch den Bau der neuen Parkplätze muss das Trottoir versetzt und hinter den Parkplätzen durchgeführt werden, so dass die Sicherheit der Fussgänger gewährleistet ist.

Falls keine Verzögerungen eintreten, wird mit dem Rückbau des alten Kindergartens im Oktober begonnen und das Betonfundament für den Doppelkindergarten könnte bereits Ende Jahr gesetzt sein. Geplant ist, dass der Doppelkindergarten zu Beginn des Schuljahrs 2017/2018 betriebsbereit ist. Während der Bauphase zieht die schulische Heilpädagogik, die derzeit im alten Kindergarten ihr Domizil hat, in einen Gruppenraum im neuen Schulhaus um.

Mehr Platz für Turngeräte?

Der Bau des Doppelkindergartens ruft bereits eine weitere Überlegung auf den Plan. Besonders für die Bedürfnisse der Vereine sei der Geräteraum der Turnhalle im Oberdorf zu klein, erklärt Ritzi. Die Schulbehörde kläre deshalb ab, ob für eine Erweiterung des Geräteraums Synergien mit dem Kindergartenneubau genutzt werden könnten.

Die Visualisierung zeigt, wie sich die markante Blutbuche und der neue Kindergarten ergänzen. (Bild: pd)

Die Visualisierung zeigt, wie sich die markante Blutbuche und der neue Kindergarten ergänzen. (Bild: pd)