SULGEN: Die Arbeiten können beginnen

Der Innenrenovation der evangelischen Kirche im Oberdorf steht nichts im Wege. Eine Untersuchung hat ergeben, dass aufwendige Massnahmen zur Verbesserung der energetischen Situation verzichtbar sind.

Georg Stelzner
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Die Politische Gemeinde Sulgen hat die Baubewilligung für die Innenrenovation der evangelischen Kirche erteilt. (Bild: Georg Stelzner)

Die Politische Gemeinde Sulgen hat die Baubewilligung für die Innenrenovation der evangelischen Kirche erteilt. (Bild: Georg Stelzner)

Georg Stelzner

georg.stelzner@thurgauerzeitung.ch

Die Vorsteherschaft hat ihre Hausaufgaben gemacht: An der Gemeindeversammlung der Evangelischen Kirchgemeinde Sulgen-Kradolf vom Mittwochabend konnte sie umfassend Auskunft geben über jene Themen, die am 19. September 2016 an einer ausserordentlichen Versammlung von Kirchbürgern zur Sprache gebracht worden waren. Im Hinblick auf die Innenreno- vation der Sulger Kirche hatte der energetische Zustand des Gotteshauses Fragen aufgeworfen.

Die Antworten lieferte nun Sacha Derron, in der Kirchen- behörde verantwortlich für die Liegenschaften. Er gab bekannt, dass der Status quo von einem Ingenieurbüro analysiert worden sei. Die Abklärungen hätten er- geben, dass die Kirche schon jetzt vorbildlich geheizt wird und sinnvolle Mittel eingesetzt werden. «Die zusätzliche Energieeinsparung durch eine Verbesserung der Fenster ist dank des bereits praktizierten Heizbetriebs nur noch sehr gering», erklärte Derron. Für den zur Diskussion gestellten permanenten Windfang fehle im Aussenbereich der Platz, führte er weiter aus. Der Nutz- effekt einer solchen Massnahme wäre zudem gering, zitierte Derron den mit der Untersuchung beauftragten Bauphysiker.

Vieles ist möglich, aber nicht alles sinnvoll

Ein weiteres Phänomen, das unter die Lupe genommen wurde, ist die Zugluft in der Kirche. Laut Derron wird vom Ingenieurbüro diesbezüglich empfohlen, vor einem Anlass bei tiefen Aussentemperaturen auf die Benützung des Seiteneingangs zu verzichten und die Innentemperatur mit 18 Grad Celsius fest- zulegen. Weitere Massnahmen könnten eine zusätzliche Dämmung über dem Chorbogen im Dachraum sowie die Spülung und Kontrolle des Durchlaufs der Bodenheizung sein. Derron gab zu verstehen, dass energetische Verbesserungen immer möglich seien, dass dabei aber auch die Verhältnismässigkeit der in Betracht gezogenen Mittel berücksichtigt werden müsse. Ein Kirchbürger warnte vor einer zu tiefen Innentemperatur, da diese der Orgel Schaden zufügen würde.

Ein anderes aktuelles Thema betraf die Sicherheit im Aussenbereich. Derron räumte ein, dass hier Handlungsbedarf bestehe. Er kündigte an, dass die Um- gebungsmauer im Rahmen der Innenrenovation der Kirche ein Geländer erhalten werde, um die Absturzgefahr zu bannen.

Keine hohen Wellen warfen jene beiden Geschäfte, über welche die 58 anwesenden Stimmberechtigten (2,7 Prozent) im Kirchgemeindehaus abzustimmen hatten. Sowohl die Rechnung 2016 als auch das Budget 2017 wurden zur Freude von Kirchenpräsident Walter Berger ohne Gegenstimmen genehmigt. Die von Pfleger Fredy Schweizer präsentierte Rechnung schliesst mit einem Plus von 90407 Franken ab. Die Kirchbürger erklärten sich mit der Gewinnverwendung einverstanden: 60000 Franken als Rücklage für das erwähnte Geländer und 30000 Franken als Rücklage für eine Aussenbeleuchtung beim Kirchenzentrum Steinacker in Kradolf. Der Restbetrag wird dem Eigenkapital zugewiesen, das sich damit auf rund 635000 Franken erhöht.

Der auf einem unveränderten Steuerfuss von 26 Prozent basierende Voranschlag sieht ein Defizit von 8840 Franken vor. Laut Schweizer erwartet die Kirchenvorsteherschaft «ein stabiles Steuerertragsjahr». Gemäss Finanzplan soll der Steuerfuss bis 2021 nicht angetastet werden.