SULGEN: Der «Elefant» auf grosser Fahrt

Zwei Jahrzehnte investierte der Verein Eurovapor in die Restauration der Gotthard-Dampflokomotive C 5/6. Dabei galt es, viele Schwierigkeiten zu meistern.

Fritz Heinze
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Am letzten Sonntag konnte auf dem Bahnhof Romanshorn und während der Fahrt ins Locorama die Dampflokomotive C 5/6 Nr. 2969, genannt der «Elefant», bewundert werden. Die 1916 erbaute Lokomotive wurde 1996 vom Verein Eurovapor übernommen. 20 Jahre waren die Mitglieder der Lokremise Sulgen, dem heutigen Verein Eurovapor, damit beschäftigt, das historische Schienenfahrzeug, das für den Einsatz am Gotthard gebaut worden war, wieder in Betrieb zu setzen.

Die Restaurationsarbeiten wurden damals an die Hand genommen, beginnend beim Kohlenwagen und bei der Lokomo- tive fortfahrend. Johann Gröbli, Technischer Leiter bei Eurovapor, erinnert sich: «Wir waren immer an der Arbeit. Es wurde auch alles auf freiwilliger Basis gemacht, und wenn uns das Geld ausging, dann stellten wir die Arbeiten jeweils wieder ein.»

Einen konkreten Termin für den Abschluss der Restauration gab es nicht, doch zeigte sich im Laufe der Jahre, dass sowohl das Know-how für den Bau und die Instandhaltung von Dampflokomotiven am Schwinden ist als auch die dafür notwendigen Firmen weniger werden. Im November 2013 erlitten die Pläne mit dem Brand im Depot in Inter- laken, wo sich die Lok für die Revision befand, einen weiteren Rückschlag. «Dieser Zwischenfall kostete uns mehr als ein Jahr Arbeit und einiges an finanziellen Mitteln», erklärt Gröbli.

Der Auftritt der C 5/6 auf dem Bahnhof Romanshorn für die Pendelfahrten ins Locorama war vom Verein Eurovapor terminlich nicht geplant. Spontan entschlossen sich die Beteiligten, die Rangierlok Goofy durch die Dampflokomotive zu ersetzen. Ein nicht angekündigtes Ereignis, dem aber umso grössere Aufmerksamkeit zuteil wurde.

Fritz Heinze

bischofszell@thurgauerzeitung.ch