SULGEN: Aus 20 sollen mehr werden

Der Katholische Projektchor sucht Gastsängerinnen und Gastsänger. Der nächstgrössere Anlass, an dem neue Stimmen zu hören sein sollen, ist die Osternachtfeier.

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Das gemeinsame Singen sei wertvolles Kulturgut, das leider nicht mehr so gepflegt werde wie früher, bedauert Ueli Stark, der Präsident des Katholischen Projekt-chors Sulgen. Dass sich Interessierte nicht mehr fest binden wollen, ist ein allgemeines Phänomen, mit dem viele Vereine in den letzten Jahren konfrontiert waren. Dieser Trend macht auch vor dem Katholischen Projekt-chor Sulgen nicht halt. Rund 20 feste Mitglieder zählt der Chor.

Dass heutzutage viele keine feste Mitgliedschaft im Kirchenchor mehr wollen, ärgert den Präsidenten jedoch nicht sonderlich. Es sei nun mal so, sagt er, das müsse man akzeptieren. Dass sich der Kirchenchor «Projekt-chor» nennt, ist ein Signal in ­diese Richtung. Kirchenchöre werden von vielen mit allsonntäglichen Verpflichtungen in Verbindung gebracht. Das sei schon länger nicht mehr so, sagt Ueli Stark. «Wir treten im Jahr zwischen sieben- und zehnmal auf.» Für ­einige dieser Auftritte werden jeweils Gastsängerinnen und Gastsänger gesucht. So auch jetzt, denn die Osternachtfeier soll mit der «Missa Lumen» von Lorenz Maierhofer besonders festlich umrahmt werden.

Ueli Stark hält das Programm 2017 in den Händen. «Auf dem Programm sind die Daten von Christi Himmelfahrt, dem Patrozinium, dem Buss- und Bettag, Allerheiligen und natürlich Weihnachten vermerkt. In diesem Jahr speziell ist ein Auftritt an der ­Gewerbe-Ausstellung Gewea am 30. April. Diesen wird der Katholische Projektchor zusammen mit dem Evangelischen Kirchenchor und dem Jugendchor Schilfrohr bestreiten. Auch sonst verbindet die Sängerinnen und ­Sänger der Katholischen und Evangelischen Kirchgemeinden ein freundschaftliches Band.

Gemeinsamer Höck mit dem Evangelischen Chor

«Wir proben beide am Montagabend – der Evangelische Kirchenchor im evangelischen Kirch­gemeindehaus und wir im kleinen Saal im Untergeschoss der katholischen Kirche. Danach treffen wir uns zu einem gemeinsamen Höck», sagt Ueli Stark. Auch Ausflüge habe man schon zusammen gemacht.

Das Gesellige sei mit ein ­Aspekt, der eine Teilnahme im Chor attraktiv mache, erklärt Stark. «Zudem ist Singen gesund.» Zur Aussage «Singen ist gesund» hat Stark Belege einer wissenschaftlichen Studie der Universität Frankfurt am Main hervorgenommen. Aber auch ohne diese Studie ist er von der wohltuenden Wirkung des gemeinsamen ­Singens überzeugt. «Jetzt bin ich zwar pensioniert, aber früher, als ich noch gearbeitet habe und manchmal stressbeladen und müde nach Hause kam, haben mir die Gesangsproben immer sehr gut getan. Mit der Konzentration auf die Lieder und den Gesang rückt alles andere in den Hintergrund», sagt er.

Der Katholische Projektchor Sulgen wird von Katja Hänggi diri­giert. Bei den Auftritten spielt auch Musik eine grosse Rolle. Je nach Stück werden die Sängerinnen und Sänger von der Orgel oder durch Bläser oder Streicher begleitet. Das gäbe den Auftritten immer eine besonders festliche Note, erklärt Ueli Stark.

Es werden nicht nur klas­sische Kirchenlieder gesungen. «Wir sind offen für Neues», erklärt der Vereinspräsident. Bei fremdsprachigen Liedern würde man aber doch manchmal an die Grenzen stossen, schränkt er ein. Neben den Proben und Auftritten zählen ein Maibummel und ein Schluss- und Klaus-Höck zum Jahresprogramm.

Hannelore Bruderer

bischofszell@thurgauerzeitung.ch