SULGEN: Auch mit gekürzten Geldern top

Alle drei Jahre laden die turnenden Vereine zu Unterhaltungen ein. Am Wochenende präsentierten sie ihr Programm «Flimmerchistä» dreimal vor vollen Rängen.
Monika Wick
Auch die Allerjüngsten vom Muki-Turnen sind Teil der Turnunterhaltung und sorgen bei den Besuchern als «Sandmännchen» für Verzückung. (Bild: Monika Wick)

Auch die Allerjüngsten vom Muki-Turnen sind Teil der Turnunterhaltung und sorgen bei den Besuchern als «Sandmännchen» für Verzückung. (Bild: Monika Wick)

Monika Wick

bischofszell@thurgauerzeitung.ch

Am vergangenen Sonntag haben die Schweizer Stimmberechtigten die No-Billag-Initiative mit einem deutlichen Ergebnis abgelehnt. Mit diesem Resultat hat die Sulger Turnerfamilie wohl nicht gerechnet. «Sie haben uns die Billag-Gebühren gestrichen, darum müssen wir an allen Ecken und Enden sparen», schimpfte Samuel Stähelin in seinen Begrüssungsworten mit gespieltem Entsetzten. Die ungute Nachricht schien sich unter der Bevölkerung noch nicht herumgesprochen zu haben. In Massen strömte sie in den Auholzsaal, sodass sogar in der angrenzenden Kaffeestube zusätzliche Sitzplätze geschaffen werden mussten.

13 Riegen machen attraktives Programm

Von den angekündigten Sparmassnahmen war dann aber nichts zu merken. Mit grossem Engagement und Ideenreichtum haben die 13 Riegen ihr Motto «Flimmerchiste» umgesetzt und ein attraktives Fernsehprogramm zusammengestellt.

Den Auftakt machte die kleine Mädchenriege. Sie liess die Erfolgssendung «Benissimo» aufleben, die von 1992 bis 2012 viele Zuschauer vor die Fernsehgeräte lockte. Warum der Turnverein seine Darbietung ausgerechnet «Störsignal» nannte, ist nicht bekannt. Die kraftvolle und atemberaubende Ring-Akrobatik der Männer begeisterte die Zuschauer derart, dass sie sie ein zweites Mal sehen wollten.

Für Verzückung sorgten die kleinsten Turner. Die kleinen Sandmänner präsentierten herzerwärmend das «Guetnacht-gschichtli», in dem die berühmte Biene Maja gleich in vielfacher Ausführung auftrat. Neben waghalsigen Trampolinsprüngen und Barrenturnen entschieden sich etliche Riegen dafür, verschiedenste Tänze zu präsentieren.

Besonders originell setzte die Männerriege das Vorhaben um. Als «Dick und Doof» verkleidet, bewegten sie sich eher gemächlich zu Andreas Gabaliers «Hulapalu», was für Beifallsstürme sorgte. Etwas sportlicher setzten der Damenturnverein und der Frauenturnverein ihr Vorhaben um. Während Ersterer bei «SRF bi de Lüt – Landfrauenküche» einen Schuhplattler hinlegte, liessen die Frauen mit ihrem Line-Dance die legendäre Westernserie «Bonanza» aufleben.

Wetterprognosen bewahrheiteten sich nicht

Damit es in der «Flimmerchistä» nicht zu Sendepausen kam, sorgte eine Sketchgruppe unter der Leitung von Peter Brunner während der Umbauarbeiten für Unterhaltung. Neben den live gespielten Szenen, sorgten vor allem die mit grossem Aufwand vorproduzierten Filmchen für Begeisterung, deren Handlung manchmal mit dem Geschehen in der Halle verschmolzen.

Nicht bewahrheitet hat sich die Voraussage der Damen vom «SRF Meteo». Während ihr Barrenturnen eher sonnige Zeiten voraussagte, erwarteten die Besucherinnen und Besucher am Samstag beim Verlassen der Halle vereiste Strassen.

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