Suizid-Beihilfe: Näf-Hofmann vom Stadtrat enttäuscht

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Arbon Marlies Näf-Hofmann hat mit Luzi Schmid in einer Interpellation das Tabu-Thema Suizidbeihilfe aufs Tapet gebracht. Das Ziel der CVP-Fraktionsmitglieder: der Freitodbegleitung durch Exit in Heimen und der aggressiven Werbung der Organisation einen Riegel schieben. Ethisch seien diese Praktiken verwerflich. Wenn man dem «scheinheiligen Treiben von Exit» Tür und Tor öffne, könnten sich umfassendere Betreuungskonzepte wie Palliative Care nicht entwickeln.

Der Stadtrat vertritt eine liberale Grundhaltung. Er stützt sich dabei auf Gesetz und Rechtssprechung ab und die Leitlinien des Heimverbandes und Curaviva: Er respektiere das «Recht des Menschen, aus freiem Willen seinem Leben ein Ende zu setzen», wann und wie. Im Thurgau stehe es jeder Institution frei, Suizidbeihilfe in den eigenen Räumen zuzulassen. Der Stadtrat ist im Stiftungsrat der Genossenschaft Pflegeheim Sonnhalden und im Spitex-Vorstand vertreten. Hier setze er sich «für eine gründliche Diskussion des Themas ein, um so ein ethisch vertretbares Betriebsreglement zu gestalten». Palliativ Care ist für den Stadtrat aber die «wirksamste Prävention».

Existenzielle Fragen mit Konfliktpotenzial

Für Marlies Näf-Hofmann sind das zu existenziellen Fragen mit grossem Konfliktpotenzial nur «hilflose Sätze»: «Offenbar will sich der Stadtrat damit nicht befassen und weigert sich, Massnahmen gegen eine Beeinflussung zu ergreifen», folgert die ­Interpellantin enttäuscht. Alte Menschen sähen sich vielseitigem Druck ausgesetzt, weiss Näf-Hofmann, die unterbunden haben möchte, dass Exit-Helfer Zutritt zu Heimen bekommen «und so eine Atmosphäre der totalen Hoffnungslosigkeit geschaffen wird.» Das Parlament trat auf eine Diskussion nicht ein. (me)