Suchaktion weckt Schlafende

In einem nächtlichen Grosseinsatz suchten Polizei und Rega am See nach einer Frau. Sie hatte Suizidabsicht angekündigt. Eine Patrouille nahm sie in Obhut.

Max Eichenberger
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arbon/Horn. Am Arboner Seeufer riss in der Dienstagnacht knatternder Rotorenlärm eines Helikopters die Menschen aus ihrem Schlaf. Was ist da draussen los, fragten sie sich.

«Wir bekamen es mit der Angst zu tun. Lange schwebte der Heli, mit grellem Scheinwerferlicht das Ufer ausleuchtend, knapp über unserem Haus», berichtet eine Bewohnern an der Seepromenade bei der Kastanienallee. «Es war wie in einem Thriller.» Auf dem Uferweg habe «eine Polizeipatrouille mit Volllicht» gestanden. Polizisten hätten mit Taschenlampen das Ufer abgesucht.

Suizidgefährdete Frau

Laut Christoph Greminger, Sprecher der Kantonspolizei Thurgau, handelte es sich um eine «koordinierte Personensuche». Er bestätigte weiter, dass nach einer suizidgefährdeten jungen Frau gesucht wurde. Offenbar hat sie sich in verzweifelter Verfassung bei Angehörigen gemeldet und sich aus dem Leben verabschieden wollen. Weitere Details mochte Greminger nicht kommentieren. In solchen Fällen gilt Zurückhaltung.

Grosseinsatz in der Nacht

Angehörige der Frau sollen sich bei der Polizei gemeldet haben. Diese hat nach 22 Uhr ihre Suchaktion gestartet. Beteiligt daran waren neben der Kapo Thurgau die Thurgauer Seepolizei, die Kantonspolizei St. Gallen, die Lebensrettungsgesellschaft (SLRG) und die Rega. Letztere setzte einen Helikopter ein und überflog mit Wärmebildkameras und Scheinwerfern das Ufer. Die SLRG Arbon suchte zu Wasser vom Hafen Arbon bis Bad Horn mit den Booten «Sirius» und «Pollux» das Gebiet ab.

Die junge Frau, der die aufwendige Suche galt, konnte schliesslich dann an Land, im Bereich des Horner Hafens West, nach 00.30 Uhr am Mittwochmorgen durch eine Patrouille der Polizei körperlich unversehrt aufgefunden und in Obhut genommen werden.

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