Stubete mit Thurgauer Liedern

Ein Programm mit alten Thurgauer Liedern wurde in Weinfelden zu einem stimmungsvollen Musikfest im Wohnzimmer.

Manuela Olgiati
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Christoph Jäggin und Dorothea Frey unterhielten rund 50 Zuhörer. (Bild: mao)

Christoph Jäggin und Dorothea Frey unterhielten rund 50 Zuhörer. (Bild: mao)

Weinfelden. «Gitarrenmusik entfaltet ihre subtilen Nuancen am besten in kleinen, intimen Räumen vor überschaubarem Publikum», sagt Christoph Jäggin. Hier fühlt er sich als Musiker wohl. Das Gitarrenlied zum Beispiel wurde schon im 19. Jahrhundert in Thurgauer Stuben gespielt. Der ehemalige Musikschüler Jäggins, Christoph Hartmann von der Volksmusikgruppe «Wyfelder Luusbuebe», lud am frühen Sonntagabend zu einer privaten Veranstaltung in seine Wohnung ein.

Christoph Jäggin (Gitarre) und Dorothea Frey (Sopran) haben in Hartmanns Wohnzimmer für rund 50 Zuhörer Thurgauer Lieder vorbereitet. Darunter sind auch einige bekannte Lieder vom Thurgauer Komponisten.

Für den Romanshorner Musiker Christoph Jäggin ist Johannes Wepf, der Komponist des Thurgauerliedes, eine interessante Persönlichkeit. Durch dessen Lebensgeschichte erfahre man viel über das 19. Jahrhundert und seine sozialen Strukturen.

Unter den Konzertbesuchern sitzt auch der 86jährige Eugen Alder. Der langjährige Chordirigent, Lehrer und Dorfchronist von Märstetten besitzt ein handgeschriebenes Singbuch aus dem Jahr 1856 der Weinfelder Gitarrenschülerin Maria Elisabetha Keller. Alder hatte Christoph Jäggin an einem früheren Konzert von diesem Buch erzählt. Das hat Christoph Jäggin dazu inspiriert, sich in diese Sammlung einzufühlen.

Die Lieder handeln von Liebe, vom Alltag und von Heimat. «Überall in Thurgauer Dörfern wurde früher in den Stuben oder im Wirtshaus musiziert», sagt Jäggin. Das Zuhören und die offene Deutung einiger Werke sind ihm zentrale Anliegen. Dass er dies mit Thurgauer Liedern tun kann und die Hintergrundinformationen auf das Geschehene überträgt, lässt dieses eineinhalbstündige Konzert zu einem bewegenden Erlebnis werden.