Stromkonsumenten denken um

Der Gemeinderat Hauptwil-Gottshaus lud zu einer Informationsveranstaltung über Photovoltaikanlagen ein. Als Anlauf- und Auskunftsstelle dient die Gemeindeverwaltung.

Rudolf Käser
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Ein bevorzugter Platz für Photovoltaikanlagen sind Dächer. (Archivbild: Reto Martin)

Ein bevorzugter Platz für Photovoltaikanlagen sind Dächer. (Archivbild: Reto Martin)

HAUPTWIL. Mit der Veranstaltung im Kleinsaal der Mehrzweckhalle wollte der Gemeinderat jene Personen, die den Einstieg in die Photovoltaik planen, motivieren, vorher allenfalls Kontakt mit ebenfalls interessierten Nachbarn aufzunehmen. «Dadurch können Erstehungskosten gespart werden», erklärte Gemeindeammann Matthias Gehring. Mit Stolz verwies er darauf hin, dass in der Gemeinde bereits zahlreiche kleinere Photovoltaikanlagen eingerichtet wurden. Kürzlich seien sogar je eine Anlage mit einer Leistung von 100 Kilowatt beziehungsweise 160 Kilowatt in Betrieb genommen worden.

Auch 2013 wieder Beiträge

Beat Kierzek und Torsten Speck erörterten neben viel komplexer Technik, die es bei Photovoltaikanlagen zu berücksichtigen gilt, auch das Förderungsprogramm des Kantons Thurgau. Der Fördertopf für 2012 sei ausgeschöpft, doch dürfe man im nächsten Jahr wieder mit Beiträgen rechnen. Zudem wiesen die beiden Fachleute darauf hin, dass die sogenannte «graue Energie», also die Überschussenergie, in das Netz des Elektrizitätswerkes eingespeist und vergütet wird. Die Gemeinde Hauptwil-Gottshaus vergütet derzeit 10 Rappen pro Kilowatt. Die Beiträge werden jedes Jahr neu festgelegt. Einem fragenden Einwohner wurde mitgeteilt, dass bewusst Anlagen bis 30 kWp gefördert würden, da man die breite Masse ansprechen wolle. Weniger gut sieht es mit dem Förderungsprogramm des Bundes aus. «Die Wartezeit beträgt hier vier Jahre», klärte Kierzek auf.

Der Wissensdurst der Veranstaltungsbesucher schien grenzenlos. Es wurden zahlreiche Fragen gestellt, vor allem solche, die eigene Interessen berührten. Zur Betriebsdauer einer Photovoltaikanlage erklärte Torsten Specker, dass mit einer solchen von 25 bis 30 Jahren gerechnet werde könne. «Und es gibt Firmen, die ausgediente Anlagen entsorgen.»

Nicht immer Formsache

Ob die Gemeinde bald das Energielabel erhalten werde, fragte eine Besucherin. «Wir sind noch in der Findungsphase», erklärte Gehring fest. Ob die Baubewilligungen reine Formsache seien, wollte jemand wissen. Baubewilligungen bei Einfamilienhäusern seien eher Formsache, bei geschützten Objekten müsse hingegen mit Auflagen des Denkmalschutzes gerechnet werden, antwortete der Gemeindeammann.

Vortrag auf Website

Der technisch anspruchsvolle Vortrag ist ab heute auf der Website der Gemeinde (www.haupt wil-gottshaus.ch) aufgeschaltet. Als Anlauf- und Auskunftsstelle für Leute, die an Photovoltaikanlagen Interesse bekunden, fungiert die Gemeindeverwaltung. Weitere Informationen können beim Ingenieurbüro Kierzek AG in Kreuzlingen eingeholt werden.