Strickfieber ist ausgebrochen

Heute Donnerstag kommt heraus, wer das grösste Stück am längsten Weinfelder Schal gestrickt hat. Buben und Mädchen im Schwärze-Schulhaus glauben nicht, dass ihre Gspänli im Martin-Haffter-Schulhaus sie jetzt noch schlagen können.

Esther Simon
Drucken
Teilen
Der Strick-Express im Schwärze-Schulhaus hat ganze Arbeit geleistet: 34,23, Meter misst der Schal, an dem seit dem 23. Februar gestrickt wird. (Bild: Stefan Schaufelberger)

Der Strick-Express im Schwärze-Schulhaus hat ganze Arbeit geleistet: 34,23, Meter misst der Schal, an dem seit dem 23. Februar gestrickt wird. (Bild: Stefan Schaufelberger)

weinfelden. Mittwoch, 10 Uhr, im Untergeschoss des Schwärze-Schulhauses: Fünf Buben und drei Mädchen, die Hälfte der 3. Klasse von Textillehrerin Ursula Michel, zappeln um den grossen Tisch. Darauf liegen ein Messband und Strickschals mit Loch-, Perl-, Patent- und Zopfmustern in verschiedenen Farben. Elias ist der Sekretär. Ursula Michel legt die gleich breiten, aber ungleich langen Wollstücke auf das Messband, Elias zählt mit. 34 Meter und 23 Zentimeter kommen zusammen.

Jubel bricht aus. Der «Strickexpress», wie Ursula Michel ihre Truppe nennt, hat ganze Arbeit geleistet. Man glaubt nicht, dass die Gspänli im Martin-Haffter-Schulhaus auch so viel gestrickt haben.

Grosis halfen mit

Heute wird der Schal gemessen, der im Martin-Haffter-Schulhaus unter der Leitung von Textillehrerin Rita Seiler entstand. Seit dem 23. Februar dieses Jahres lassen vier Klassen in beiden Schulhäusern gleichzeitig die Nadeln am längsten Weinfelder Schal klappern. Jede Woche wird in den beiden Schulhäusern separat gemessen.

Am 18. März betrug die Gesamtlänge des Schals 31,7 Meter. Ursula Michel verschweigt nicht, dass auch Grosis, Mamis und Nachbarinnen grosszügig mitgeholfen haben. Sie konnten an den Schalstücken jeweils zu Hause stricken. Die Wolle stammt aus Restposten aus der Nachbarschaft der beiden Schulen.

Ein Wettbewerb, wie er jetzt zwischen den beiden Schulhäusern entstand, sei ursprünglich nicht geplant gewesen, sagt Ursula Michel. Besonders die Buben hätten beim Lismen viel Ehrgeiz gezeigt und die anderen angespornt. Den Rekordschal gestalten die beiden Schulhäuser im Hinblick auf das 175jährige Bestehen der Volksschule Thurgau, das in Weinfelden am 5. Mai gefeiert wird.

Geschenk ans Chinderhuus

Die Textillehrerinnen wollen auch Werbung in eigener Sache machen. Sie wollen zeigen, wie wichtig das Handwerk in unserer kopflastigen Zeit ist, nach dem Motto: Begreifen hat mit Greifen zu tun und Handeln kommt von Hand. Den Schal stellt Regula Schmid ab dem 20. April im «Wollring» an der Rathausstrasse aus. Nach dem Jubiläumsfest am 5. Mai wird aus dem Schal eine Decke gefertigt und dem Chinderhuus in Weinfelden überreicht.

Aktuelle Nachrichten