Streit um Gelder für die TCS-Spitze

Die meisten Vereinsvorstände im Thurgau arbeiten ehrenamtlich. Nicht so beim Touring Club Schweiz Sektion Thurgau (TCS). Der Präsident der Geschäftsleitung verdient 24 000 Franken im Jahr, der Vizepräsident 8000 und die Kommissionspräsidenten jeweils 4000.

Mario Testa
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Die meisten Vereinsvorstände im Thurgau arbeiten ehrenamtlich. Nicht so beim Touring Club Schweiz Sektion Thurgau (TCS). Der Präsident der Geschäftsleitung verdient 24 000 Franken im Jahr, der Vizepräsident 8000 und die Kommissionspräsidenten jeweils 4000. An der Frage, ob ein Vizepräsident, der auch eine Kommission präsidiert, nun 12 000 oder 8000 Franken vergütet bekommt, schieden sich gestern vor dem Bezirksgericht Weinfelden die Geister.

Forderung nach Nachzahlung

Geklagt hatte der langjährige Vizepräsident des TCS Sektion Thurgau. Rund acht Jahre lang war er seit 2006 im Doppelmandat für den Club aktiv. Ausbezahlt bekam er jeweils das Fixum als Vizepräsident, nicht aber auch noch zusätzlich das des Kommissionspräsidenten. Nach seinem Abgang im Jahr 2013 forderte er die über 30 000 Franken ein, die ihm für sein Engagement als Kommissionspräsident noch zustehen würden. Da auf der Gegenseite jedoch kein Verständnis für diese Forderung aufgebracht wurde, trafen sich der ehemalige Vizepräsident und der amtierende Präsident des TCS Sektion Thurgau gestern vor dem Bezirksgericht Weinfelden.

«Mein Mandant hat während seiner Amtszeit mehrmals interveniert beim Präsidenten, um Klärung der Entschädigungsfrage gebeten. Aber der Präsident hat nicht darauf reagiert», sagt der Anwalt des Klägers vor Gericht. Der Anwalt betont, dass aus dem Geschäftsreglement klar hervorgeht, dass sich die Entschädigungen kumulieren, seinem Mandanten also noch die Gelder als Kommissionspräsident zustehen. «Dass dem so ist, wird auch dadurch belegt, dass nach dem Ausscheiden meines Mandanten die Geschäftsleitung in einem Protokoll festhält, dass es keine Doppelmandate mehr gäbe – also hat es sie vorher gegeben.» Angebliche Änderungen des Reglements im Jahr 2009 seien nie offiziell vom Kantonalvorstand genehmigt worden, also nichtig.

Keine Spur von Reklamationen

«Der Kläger kommt wie die alte Fasnacht und beharrt je nach Gusto auf neuere oder ältere Reglemente. In den Protokollen während seiner Amtszeit finde ich nirgends eine Spur einer Reklamation über seine Entschädigung», kontert der Gegenanwalt. Er spricht von fürstlichen Gehältern verglichen mit anderen Vereinen. «Zudem spielt der Wortlaut in dem Geschäftsreglement nur eine kleine Rolle – relevant ist, wie es in der Geschäftsleitung gelebt wurde. Der Präsident, selbst auch Kommissionspräsident, hat nie zusätzlich die 4000 eingefordert.»

Nach dem Wortgefecht der beiden Anwälte einigten sich die beiden Parteien im Gerichtssaal doch noch gütlich. Über die nun an den ehemaligen Vizepräsidenten bezahlte Summe bewahren sie Stillschweigen.