Streit um Berger Schulhausprojekt

Am 30. November stimmen die Berger über einen Kredit von 6,4 Millionen Franken für die Sanierung des Schulhauses ab. An einer Informationsveranstaltung diese Woche gingen die Wogen hoch.

Johannes Wey
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Das Schulhaus Brühl in Berg braucht mehr Platz. (Bild: Ralph Ribi)

Das Schulhaus Brühl in Berg braucht mehr Platz. (Bild: Ralph Ribi)

BERG SG. Die Fragen, die am Montagabend an der Infoveranstaltung über den Schulhausumbau gestellt wurden, waren mehrheitlich rhetorischer Natur. Antworten waren in der Berger Turnhalle kaum gefragt in einer heftigen, teils gehässigen Diskussion vor rund 150 Zuhörern. Die Meinungen darüber, ob Berg sein Schulhaus für 6,4 Millionen Franken sanieren soll, gingen weit auseinander.

Diskussion spitzt sich zu

Ihren Höhepunkt erreichte die Diskussion, als Andreas Frei von der Gruppe Berg Plus die Finanzplanung des Gemeinderats als «Schönfärberei» ansah. Was Riccardo Frick, Präsident der Geschäftsprüfungskommission (GPK), auf den Plan rief. Er warf Frei «Ahnungslosigkeit» vor. Die Zahlen im Finanzplan habe er selber kontrolliert. «Man muss nicht immer schwarzmalen.»

Auch Gemeindepräsident Paul Huber verteidigte das Projekt und die Finanzplanung. Den Vorwurf von Frei bezeichnete er als «böswillige Unterstellung».

Nebst den Kosten, die nach Meinung mehrerer Votanten zu hoch sind, wurde auch bemängelt, dass am Schulhaus zu wenig für die Energieeffizienz getan werde. Zum Beispiel, weil die Fassade des Altbaus keine Aussendämmung bekommen soll. Architekt Markus Bühler verteidigte das Vorhaben. «Die Fassade ist bei den meisten Schulhäusern nicht das Problem.» Die effizienteste Massnahme sei der Ersatz der Fenster, zumal viele Dächer schon gedämmt worden seien. Im übrigen würden der geplante Anbau und die sanierte Turnhalle Minergiestandards genügen.

Obwohl die Mehrheit der Wortmeldungen kritisch war, erntete ein Befürworter des Projekts den lautesten Beifall. «Lassen wir uns von diesen unqualifizierten Aussagen nicht blenden», sagte der ehemalige Lehrer.

«Es wird etappiert»

Am Infoabend waren auch Neuigkeiten im Zusammenhang mit dem Schulhausprojekt zu hören. Etwa, dass die grosse Bautätigkeit, welche die Abstimmung Ende November überhaupt nötig macht, durchaus etappiert werden kann. Nachdem die Bauvorhaben im Dorf bekannt geworden waren, musste ein bereits an der Bürgerversammlung genehmigtes Sanierungsprojekt auf Eis gelegt werden. Das jetzige Projekt soll auch dem zu erwartenden Bevölkerungszuwachs genügen, sofern dieser nicht auf einen Schlag erfolgt. «Es wird eine Etappierung geben», sagte Gemeindepräsident Paul Huber.