Streit bei der Familie Rieger

Die Kolpingfamilie Amriswil hat ein neues Stück erarbeitet. Derzeit finden die letzten Proben statt. Geplant sind vier Aufführungen des Lustspiels «E schlächti Uusred». Sie finden in der Mehrzweckhalle Sonnenberg in Hefenhofen statt.

Ramona Riedener
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Die Probe findet vor der geschlossenen Wand zur Turnhalle statt; es geht nur noch um den Feinschliff. (Bild: Ramona Riedener)

Die Probe findet vor der geschlossenen Wand zur Turnhalle statt; es geht nur noch um den Feinschliff. (Bild: Ramona Riedener)

HEFENHOFEN. Nächstes Wochenende zeigt das Kolpingtheater das Lustspiel «E schlächti Uusred». In den letzten Proben vor den Aufführungen werden derzeit Feinheiten eingeübt. Das Ensemble freut sich auf die Premiere. Entschieden hat sich die Kolping-Theatertruppe für ein Stück, das Verwicklungen und Unterhaltung bietet.

In der guten Bauernstube der Familie Rieger herrscht dicke Luft. Das Ehepaar streitet sich, weil der Mann mit seinem Freund am Vorabend auf einem grösseren Umtrunk unterwegs war und nun einen totalen Filmriss hat.

Die Stimmung ist ausserdem gespannt, weil das Ehepaar den Sohn aus Kanada erwartet. Er wird die noch unbekannte, reiche Schwiegertochter mitbringen, was nicht nur die Mutter nervös macht.

Während der Turnstunden

Diese Szene spielt sich ab auf der Bühne in der Mehrzweckhalle Sonnenberg, hinter einer Abdeckwand. Hier probt das Kolpingtheater sein Stück, während die Turner in der Sonnenberg-Halle trainieren. Diese Situation ist altbekannt, schon seit einigen Jahren nutzt das Kolpingtheater diese Bühne.

Ein Ballregen prasselt auf die dünne Wand. Doch die Akteure auf der Bühne lassen sich dadurch nicht ablenken. Die Texte sitzen beinahe perfekt, nur sehr selten muss Souffleuse Ruth Klingler helfend eingreifen.

Damit es echt aussieht

«Die Rollenverteilung war vor den Sommerferien», sagt Regisseur Pius Jäckle. Im September sollte es dann ohne Buch gehen, über die Sommerferien konnten die Darsteller ihre jeweiligen Texte lernen. Erst dann können – wie er aus Erfahrung weiss – die Schauspielerinnen und Schauspieler ihre Rollen auch überzeugend spielen. «Sie müssen sich wohl fühlen in ihren Rollen und sich mit ihnen identifizieren.»

An einer der letzten Proben vor dem grossen Theaterwochenende geht es deshalb nur noch darum, Feinheiten einzuüben und sich auf Mimik und Gestik zu konzentrieren. «Du musst die Türe selber schliessen, sonst sieht es komisch aus, wie von Geisterhand geschlossen», weist der Regisseur eine der Akteurinnen an.

Damit die Szene mit der aufgebrachten Ehefrau echt aussieht, wird auch genau besprochen, wer wie viel Schnaps einschenken wird. Auch hier wird viel Wert auf eine perfekte Darstellung gelegt. Auf der Bühne müsse sicher alles etwas übertrieben dargestellt werden, aber immer noch so, dass es natürlich wirke, sagt Pius Jäckle.

Nervosität gehört dazu

Die fünf Frauen und fünf Männer, die im Theaterstück mitspielen, sind alle Laiendarsteller, die jedoch immer wieder auf der Bühne stehen. Für sie ist es die Freude am Schauspielen, welche sie veranlasst, sich in intensiven Proben auf die Aufführungen vorzubereiten.

Ganz so leicht fällt es nicht, aus sich heraus zu kommen. «Die einen brauchen mehr, die anderen weniger Überwindung sich auf der Bühne zu präsentieren.» Eine gewisse Nervosität herrscht immer, erst recht bei den Aufführungen selber. «Das soll auch so sein. Es macht ein Theaterstück lebendig», sagt Regisseur Pius Jäckle und konzentriert sich wieder auf den Ablauf auf der Bühne.