Streicher werben mit Haydn

Am Samstag bietet ein Streichquartett aus professionellen Musikern dem Publikum im Rathaussaal gelungene Interpretationen von grossen Meistern.

Lukas Griethe
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Noëlle Grüebler, Yumi Araki, Bettina Fiez Salzmann und Andreas Wiesemes spielen im Rathaussaal. (Bild: Lukas Griethe)

Noëlle Grüebler, Yumi Araki, Bettina Fiez Salzmann und Andreas Wiesemes spielen im Rathaussaal. (Bild: Lukas Griethe)

BISCHOFSZELL. Der Saal ist mit etwa 100 Leuten fast gefüllt. Wie schon im vorigen Jahr lädt die Museumsgesellschaft Bischofszell zu einem Streichquartett-Konzert in den Bürgersaal des Rathauses. Das Ensemble mit Bettina Fierz Salzmann am Cello, Andreas Wiesemes an der Bratsche und Yumi Araki an der zweiten Geige spielt dieses Mal zusammen mit Noëlle Grüebler an der ersten Geige, die schon nationale und internationale Preise gewonnen hat.

Vom Barock zur Klassik

Passend zum barocken Bürgersaal beginnt der Abend mit Musik aus dem Spätbarock. Die Sinfonie in D-Dur von Giuseppe Tartini zeigt teilweise schon gewisse Stilelemente der Klassik und endet in einem tänzerischen Presto-Satz.

Anschliessend spielen die Musiker das berühmte Divertimento in B-Dur von Joseph Haydn. Dieses Stück gilt als gattungsgründend für das Streichquartett und erfreut sich auch heutzutage noch grosser Beliebtheit. Haydn schrieb das Werk im Alter von 23 Jahren und legte so den Grundstein für seinen weltweiten Erfolg. Neben dem bekannten Thema des ersten Satzes sticht vor allem der langsame dritte Satz heraus, dessen wunderschöne Melodien Noëlle Grüebler mit viel Ausdruck zum Besten gibt.

Kampf gegen die Glocken

Nach einem Streichquartett von Mozart stehen am Ende noch zwei Walzer von Antonin Dvorák auf dem Programm, bei denen sich die böhmische Herkunft des Komponisten in seiner Musik spiegelt. Unglücklicherweise beginnen in dem Moment die Kirchenglocken zu läuten. Die Musiker lassen sich dadurch aber nicht aus der Ruhe bringen und übertönen das Geläute. Das Publikum belohnt den gekonnten Auftritt des Ensembles mit Applaus. Als Zugabe gibt es einen Auszug aus den gar nicht so einfachen «10 leichten Stücken» von Béla Bartók.

Martin Salzmann, Vorstandsmitglied der Museumsgesellschaft Bischofszell, zeigt sich nach dem Konzert sichtlich zufrieden: «Ich bin froh, dass wieder so viele Leute gekommen sind. Es würde mich freuen, wenn wir den einen oder anderen bald auch in unserem Verein begrüssen dürften.» Die Kollekte geht ausschliesslich zugunsten der Sonderausstellung «Um 1905 – Jugendstil in Bischofszell».