Strassenbild wird sauberer

ARBON. Auf dem Weg zu einer noch properen Stadt macht Arbon mit den Unterflur-Containern für den Hauskehricht gute Erfahrungen. Zwei Dutzend gibt es bereits. Das System wird weiter ausgebaut.

Max Eichenberger
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2023 soll flächendeckend so entsorgt werden: Die zwei neuen Container bei der Siedlung «Sonnenrain». (Bild: Max Eichenberger)

2023 soll flächendeckend so entsorgt werden: Die zwei neuen Container bei der Siedlung «Sonnenrain». (Bild: Max Eichenberger)

Kehrichtbelader Willy Hochreutener, an der Neujahrsbegrüssung kürzlich als Arboner des Jahres 2015 geehrt und inzwischen pensioniert worden, hat es selber auch festgestellt: Seit es in verschiedenen Arboner Wohnquartieren Container gibt, wo der Hausmüll eingeworfen werden kann, sind die klassischen Routen schneller abgefahren. Bei den blau markierten Stellen entlang der Strassen hat, wo bis letzten August an einem bestimmten Wochentag der Hauskehricht bereitgestellt worden ist, stehen insgesamt deutlich weniger Abfallsäcke des Kehrichtverbandes für die Belader zum Mitnehmen.

Peter Gubser Stadtrat, Ressort Bau

Peter Gubser Stadtrat, Ressort Bau

Entsorgen, wenn der Sack voll ist

Der Grund: Vor einem knappen halben Jahr sind die ersten sogenannten Unterflur-Sammelcontainer (UFC) im Stadtgebiet plaziert worden. Über eine Trommel können die weissen Säcke des Kehrichtverbandes Thurgau in die neuen zylindrischen «Abfallbunker» eingeworfen werden. Beim Schliessen der Trommel fällt der Sack in den runden Container, der einen Meter im Boden versenkt ist.

So lässt sich bequem den Kehricht entsorgen, wann immer die Abfallsäcke voll sind: theoretisch sieben Tage die Woche, rund um die Uhr. Das neue Modell soll Schule machen und die Kehrichtabfuhr «revolutionieren». In den nächsten sieben Jahren, so die Planung, soll in Arbon mehr oder weniger flächendeckend das neue Kehricht-Entsorgungssystem eingeführt sein.

Arbon ist Pilotgemeinde

Anstoss hatte die Neugestaltung der Landquartstrasse gegeben, wo die ersten runden Sammelcontainer installiert worden waren. «Wenn wir für teures Geld die Strasse gefällig umbauen, macht es keine Falle, wenn dort Kehrichtsäcke herumstehen», so die Überlegungen von Rainer Heeb, Leiter der Abteilung Tiefbau bei der Stadt. Arbon ist Pilotgemeinde des Projektes des Kehrichtverbandes Thurgau. Davon profitiert die Stadt. Denn laut Stadtrat Peter Gubser subventioniert der Verband die Container bis zum Jahr 2020 mit je 6000 Franken – und übernimmt so rund die Hälfte der Kosten.

Gubser: «Gute Erfahrungen»

Genau zwei Dutzend Container sind laut Tiefbau-Sachbearbeiter Stefano Sinopoli derzeit in Arbon in Betrieb. Die Leerung der Behälter erfolgt wöchentlich durch ein mit einem Kran ausgestatteten Spezialfahrzeug, der die Behälter hochhievt, entleert und wieder plaziert. Die bisher gemachten Erfahrungen mit dem Unterflur-System seien positiv, bilanziert Stadtrat Peter Gubser. «Die Container werden von der Bevölkerung gut aufgenommen.» Das Warten auf den Abfuhrtag erübrigt sich. Insgesamt wird das Strassenbild «sauberer» und es gibt weniger Geruchsimmissionen, weil weniger Abfallsäcke teils über Tage herumstehen. Es ist nicht selten vorgekommen, dass frühzeitig herausgestellte Säcke von Hunden und Füchsen aufgerissen worden sind. Man beobachte, sagt Gubser, dass Container, etwa der bei der Post, von Passanten gerne benützt werden, die in ihrem Quartier am Abfuhrtag nicht die Möglichkeit haben, den Kehricht individuell zu entsorgen. Das spreche für das Bedürfnis.

Initiative auch von Eigentümern

Ergänzt wird das bereits bestehende Angebot sukzessive. Wo Strassenarbeiten anstehen oder grössere Neubauten entstehen, werde der Bedarf geprüft und würden so Synergien genutzt. «So kommen die Kosten wesentlich tiefer zu stehen», sagt Gubser. Zum Teil komme die Initiative von Liegenschaftseigentümern selber: «Da bieten wir nach Möglichkeit Hand.»

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