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Stöbern mit Charme

ARBON. Rebecca Tschuor führt seit zwei Monaten das Brockenhaus an der Romanshornerstrasse. Schon als Kind verbrachte sie Zeit auf den Flohmärkten und lernte den Wert alter Gegenstände kennen – und dass man nicht immer alles haben kann.
Andrea Kern
«Ich mache gerne eine Freude»: Rebecca Tschuor versucht, die Wünsche ihrer Kunden zu erfüllen. (Bild: Andrea Kern)

«Ich mache gerne eine Freude»: Rebecca Tschuor versucht, die Wünsche ihrer Kunden zu erfüllen. (Bild: Andrea Kern)

Eine orange Espressomaschine steht zwischen Biedermeier- und Engadiner Stühlen. Neben einem Klavier leuchtet ein Globus. Kinderschmuck liegt neben glitzernden Handy-Anhängern. Eine Unordnung ist das aber nicht, sondern das scheinbar zufällig Angeordnete zusammengewürfelter Gegenstände, das den Charme jeden Flohmarktes und jeder Brockenstube ausmacht.

«Brockenhaus mit Charme»: So nennt Rebecca Tschuor denn auch ihr Lokal, das sie seit zwei Monaten an der Romanshornerstrasse bei der Ecke Gartenstrasse führt.

Platz für etwas Neues

Mit dem Brockenhaus hat sich für Rebecca Tschuor ein langgehegter Traum erfüllt. Schon als Mädchen verkaufte sie mit ihrer Zwillingsschwester auf Flohmärkten nicht mehr gebrauchte Gegenstände.

«Wir lernten früh, dass man nicht einfach alles haben kann», erinnert sich die quirlige Frau mit den blonden Haaren. «So trennten wir uns von alten Sachen, um uns dafür etwas Neues zu leisten, wie zum Beispiel einen Videorecorder. Den musste man damals einfach haben.»

Obwohl die 44jährige St. Gallerin auch in den vergangenen Jahren beinahe jeden zweiten Samstag auf dem Flohmarkt verbrachte, hat sie ihren Traum eines eigenen Brockenhauses vorerst schlummern lassen.

Erst ein Zeitungsinserat machte ihr bewusst, dass daraus bald Realität werden könnte. «Mein Vorgänger verkaufte sein Lokal pensionshalber mitsamt dem ganzen Inventar. Das ist selten», sagt Rebecca Tschuor.

Noch immer sichtet sie täglich die übernommenen Gegenstände, wirft die beschädigten weg und sortiert die brauchbaren in ihr Sortiment ein. «Ich möchte immer zu viel machen», lacht sie. Trotzdem werde es noch einige Monate dauern, bis sie das Lokal nach ihren Wünschen eingerichtet habe.

Wann strahlt denn ein Brockenhaus Charme aus? «Wenn die Sachen mit Liebe ausgestellt sind, die Kunden sich wohl fühlen und die Gegenstände auch angefasst werden dürfen.»

Sammlerwünsche

Die neue Inhaberin verkauft antike Möbelstücke von grösserem Wert sowie Gläser, Dekoratives, Bücher, Spielsachen und Alltagsgegenstände, die zu einem günstigen Preis gekauft werden können. So unterschiedlich wie ihr Sortiment ist auch ihre Kundschaft.

«Manche kommen zweimal pro Woche vorbei, andere waren noch nie in einem Brockenhaus», sagt Rebecca Tschuor. Unter den Kunden hat es auch Sammler. «Ein Mann sammelt Pins und kam extra aus Deutschland. Ein anderer sammelt Sackmesser, ein anderer nur Bibeln.»

Rebecca Tschuor erfüllt auch Wünsche. Sie notiert diese und benachrichtigt den Kunden, wenn das Gewünschte bei ihr eingetroffen ist. «Ich mache gerne anderen eine Freude», erklärt sie. Ihr sei schliesslich auch viel gegeben worden.

«Ich habe in den vergangenen Wochen schon so viel erhalten», sagt Rebecca Tschuor und stellt liebevoll die Glasschälchen auf.

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