Stempel auf der Brust gibt zu reden

SALMSACH. Knapp 100 Personen liessen sich am Donnerstag in Salmsach im Berglischulhaus über den sogenannten No-CPR-Stempel, die Patientenverfügung und den Vorsorgeauftrag informieren.

Christoph Heer
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Angelina Horber erklärt den No-CPR-Stempel. (Bild: Christoph Heer)

Angelina Horber erklärt den No-CPR-Stempel. (Bild: Christoph Heer)

Der Salmsacher Gemeinderat bewies erneut ein gutes Gespür. Auch der zweite Anlass im Rahmen der Reihe «Im Gespräch» zog viele Besucher an.

Es ging in gewisser Weise um Leben und Tod. Darüber entscheiden nämlich Personen, die auf der Brust die Anweisung «No-CPR» tragen. Und das heisst: keine Herz-Lungen-Wiederbelebung.

Verzicht auf Reanimation

Angelina Horber erklärte auf einfache Art und Weise, was es mit dem Stempel auf sich hat, der umstritten und noch wenig bekannt ist. «Wer das No-CPR-Pflaster oder den Stempelaufdruck trägt, signalisiert unmissverständlich: ich will im Notfall nicht reanimiert werden», erklärte Horber.

Doch warum soll das jemand nicht wollen? Ein Grund sei, dass lediglich drei Prozent der wiederbelebten Personen keine Folgeschäden davon tragen würden. «Nach einer genügenden Aufklärung – so belegen unsere Zahlen – wissen wir, dass jeder Dritte über 60 nicht reanimiert werden will. Und das will akzeptiert sein», so Horber. Die Pflegefachfrau ist sich bewusst, dass sie einige Institutionen und Organisationen wie etwa der Rettungsdienst in die Bredouille bringt, dafür erhält sie Rückendeckung seitens der Ethikkommission Münsterlingen.

Selber entscheiden

In den weiteren Referaten an diesem Abend unter der Moderation von Lisbeth Brücker sprachen Andreas Hildebrand über die Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde («Der Vorsorgeauftrag – wenn ich auf Hilfe Dritter angewiesen bin») und Christian Griess über die Patientenverfügung. Die Referenten hatten etliche Fragen zu beantworten.

Es liege an jedem einzelnen, sich und seine Angehörigen abzusichern, bevor es zu spät ist, hiess es. Musikalisch umrahmt wurde der zweistündige Anlass von Daniel Haltmeier.