STEINACH: Schweizweit einzigartig

Die beiden Abwasserreinigungsanlagen St. Gallen-Hofen und Steinach-Morgental werden Mikroverunreinigungen in einer gemeinsamen Verfahrensstufe eliminieren.

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Sowohl die Abwasserreinigungsanlage (ARA) St. Gallen-Hofen als auch diejenige in Steinach im Morgental müssen gemäss der neuen Gewässerschutzgesetzgebung eine zusätzliche Reinigungsstufe bauen, um Mikroverunreinigungen wie Medikamente, Hormone oder Biozide aus dem Abwasser zu filtern. Aufgrund der 2014 in Betrieb genommenen Druckleitung Hofen-Morgental und der neuen Seeleitung kann eine gemeinsame Anlage erstellt werden, die es in dieser Art in der Schweiz noch nicht gibt. Sie könne kostengünstiger und effizienter betrieben werden als zwei separate Eliminationsstufen, heisst es in einer Mitteilung.

Nach den Vorstudien werden die Investitionskosten auf ca. 20 Mio. Franken geschätzt. Der Stadtrat St. Gallen und die Betriebskommission des Abwasserverbandes Morgental haben den Projektierungskredit zur Ausarbeitung des Vor- und Bauprojektes genehmigt. Dieses soll bis 2018 vorliegen. Die Realisierung des Vorhabens ist von 2019 bis 2021 vorgesehen. Ab 2022 soll das Abwasser der beiden Anlagen mit der zusätzlichen Eliminationsstufe gereinigt werden.

Die Verantwortlichen haben sich für das Verfahren mit Ozonierung und biologischer Nachbehandlung entschieden. Es eigne sich am besten.

Bund beteiligt sich an den Investitionskosten

Die neue Anlage mit den Ausmassen 25 mal 62 Meter wird im südlichen Teil der ARA Steinach-Morgental plaziert, von dort wird das gereinigte Abwasser nach kurzem Weg der Seeleitung zugeführt. «Der bauliche Aufwand wird so deutlich reduziert und die Gesamtkosten werden ebenfalls markant gesenkt.»

Gemäss der revidierten Gewässerschutzgesetzgebung kann der Bund bis zu 75 Prozent der Investitionskosten übernehmen. Zur Finanzierung dieser Beiträge erhebt er vorübergehend eine Abwasserabgabe von 9 Franken pro Einwohner und Jahr. Abwasserverbände, welche die zusätzliche Reinigungsstufe bereits gebaut haben, werden von der Abgabe befreit. «Aufgrund der Betriebskosten sowie des nicht subventionierten Anteils der Investitionen ist zukünftig jedoch mit mehr als 9 Franken pro Einwohner und Jahr zu rechnen», heisst es in der Mitteilung. (red.)