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STEINACH: Sauber heizen

Ob Abwasser, Altholz oder Sonne: Im Energiepark Morgental wird Wärme aus erneuerbaren Energien gewonnen. Jetzt soll das Wärmenetz wachsen – zum Schutz der Umwelt. Dafür schafft die Gemeinde Anreize.
Linda Müntener
Teil des Energieparks: die neue Schlammentwässerungsanlage auf dem Areal der Kläranlage Morgental in Steinach. (Bild: Max Eichenberger)

Teil des Energieparks: die neue Schlammentwässerungsanlage auf dem Areal der Kläranlage Morgental in Steinach. (Bild: Max Eichenberger)

Linda Müntener

arbon@thurgauerzeitung.ch

Steinach plant seine Energiezukunft. Der Gemeinderat hat den Richtplan der Energiekommission genehmigt – und damit festgelegt, wie die Gemeinde aus seiner Sicht künftig mit Wärme versorgt werden soll. Der Aufmarsch zu einer Informationsveranstaltung in der Heizzentrale der Kläranlage Morgental zeigt: das Interesse in der Bevölkerung ist gross.

Der Energierichtplan sieht vor, regional vorhandene Ressourcen zur Wärmegewinnung zu nutzen. So setzt der Gemeinderat auf den Wärmeverbund Energiepark Morgental. Für dessen Betrieb ist die EBM, die Genossenschaft Elektra Birseck, zuständig. Sie ist spezialisiert auf die Produktion erneuerbarer Energie. Der Energiepark auf dem Areal der Kläranlage nutzt die Energie aus Klärgas, Abwasser, Altholz, Sonne und Biomasse zur Strom- und Wärmegewinnung. Dies wurde unter anderem möglich, weil die Stadt St. Gallen ihr Abwasser ab 2013 über eine Druckleitung ebenfalls in die ARA Morgental leitet. «Umwelttechnisch ist das das Beste, was wir machen können», sagt Gemeindepräsident Roland Brändli. Der Energiepark sei schweizweit ein Leuchtturmprojekt. Das Investitionsvolumen liegt bei 30 Millionen Franken. Die Länge des Fernwärmenetzes beträgt heute 7,5 Kilometer. Der Verbund habe grosses Ausbaupotenzial, sagt Martin Dietler, EBM-Abteilungsleiter.

Die Gemeinde erhöht die Förderbeiträge

Steinachs Ziel ist klar: den CO2-Ausstoss reduzieren und so etwas für den Umweltschutz tun. Dazu hat der Gemeinderat verschiedene Gebiete ausgeschieden, die künftig durch den Wärmeverbund versorgt werden sollen. Dieser Ausbau soll möglichst koordiniert mit der Sanierung der Gemeindestrassen erfolgen – aus Kostengründen. Die Hauseigentümer sind in ihrer Wahl jedoch frei. «Eine Anschlusspflicht gibt es nicht», sagt Roland Etter, Gemeinderat und Präsident der Kommission «Energiezukunft Steinach». Die Gemeinde hofft auf anschlusswillige Liegenschaftsbesitzer. Und schafft Anreize: sie erhöht die Förderbeiträge per 1. Januar 2018 – auf maximal 5000 Franken bei einem Einfamilienhaus und maximal 10 000 Franken bei einem Mehrfamilienhaus. Auch die EBM ist am Ausbau des Wärmeverbunds interessiert. In der Schulstrasse hat sie als Vorinvestition zwei Stahlrohre verlegt, um den Anliegern weiteres Anschlusspotenzial zur Verfügung zu stellen. Davon profitiere die Gemeinde, sagt Roland Brändli. Saubere Heizenergie werde gefördert, Kosten im Strassenbau würden gespart.

Die jüngsten Naturereignisse in Bondo und Florida seien Folgen des Klimawandels. Um dem entgegenzuwirken, müssten alle mithelfen, sagt Etter: «Auch wenn es vielleicht ein paar Franken mehr kostet.»

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