Steinach lässt Alternativen zur Sek Arbon prüfen

Springen die Steinacher Oberstufenschüler in Arbon ab? Der Gemeinderat liess eine Arbeitsgruppe Gespräche mit anderen Schulträgern führen. Eine externe Analyse soll nun Entscheidungsgrundlagen liefern. Streitpunkt ist das angeblich überhöhte Schulgeld. Am Zug sind vorerst die Kantone Thurgau und St. Gallen.

Max Eichenberger
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«Reben 4»: Eines von drei Arboner Sekundarschulzentren. Um 90 Steinacher werden in Arbon unterrichtet. (Bild: Max Eichenberger)

«Reben 4»: Eines von drei Arboner Sekundarschulzentren. Um 90 Steinacher werden in Arbon unterrichtet. (Bild: Max Eichenberger)

STEINACH/ARBON. Die Oberstufenschüler aus Steinach besuchen in Arbon die Sekundarschule. Dies regelt ein Staatsvertrag zwischen den beiden Kantonen Thurgau und St. Gallen. Pro Schüler hat Steinach der Sekundarschulgemeinde Arbon (SSG) bisher 17 652 Franken bezahlt.

Das sei zu wenig, um die Vollkosten decken zu können, hat eine Analyse der Abteilung Finanzen des Thurgauer Amtes für Volksschule 2014 aufgezeigt. Dies im Rahmen einer Überprüfung der finanziellen Situation der SSG. Den Auftrag dazu hatte die Behörde der Sekundarschulgemeinde Arbon erteilt.

Steinach will nicht mehr zahlen

Ein Bereich war das Schulgeld, das Steinach entrichtet. Auf der Grundlage der Berechnungen des Amtes verrechnet die SSG der Gemeinde Steinach ab 2015 neu ein Schulgeld von 24 500 Franken. Doch diese Erhöhung, die in der Summe 600 000 Franken ausmacht, will die Gemeinde Steinach nicht hinnehmen. Zinsen und Amortisationen dürften ihr nicht aufgebürdet werden, so deren Standpunkt.

Kantone sollen schlichten

Die Sekundarschulgemeinde Arbon beruft sich ihrerseits auf den Staatsvertrag, wonach das Schulgeld die Betriebskosten zu decken habe; und die Betriebs- entsprächen den Vollkosten. In den letzten neun Jahren sind der SSG 2,9 Millionen entgangen, wie die Berechnungen des Amtes aufgezeigt hätten. Künftig wolle man aber, wie staatsvertraglich geregelt, die vollen Betriebskosten abgegolten haben. Arbon könne den Nachbarn keine Abstriche gewähren.

Der Streitfall liegt jetzt bei den involvierten Kantonen, die schlichten sollen. In diesen Tagen erwarte er deren Bericht in dieser Sache, sagte SSG-Präsident Robert Schwarzer diese Woche bei der Arbeitgebervereinigung.

Gespräche mit andern Schulen

Unterdessen wartet auch Steinach mit Neuigkeiten auf: Auf einen politischen Vorstoss hin war der Gemeinderat aufgefordert worden, Alternativen für die Beschulung der Steinacher Schüler zu prüfen. Das war im Frühjahr. Im September und Oktober habe die eingesetzte Arbeitsgruppe «zahlreiche Gespräche mit verschiedenen öffentlichen und privaten Schulträgern aus der Region und in der Stadt St. Gallen geführt», wie der Gemeinderat im neuen Gemeindeblatt verlauten lässt. Diese Schulen hätten sich «sehr interessiert an einer Beschulung der Steinacher Schüler» gezeigt. Der Gemeinderat Steinach will als nächstes nun extern fundiert abklären lassen, «welche Lösung strategisch und langfristig die beste ist für Steinach». Deshalb will er als Entscheidungsgrundlage eine Analyse in Auftrag geben.

Mit dem Budget 2016 werde er dafür einen Kredit beantragen, heisst es in der Mitteilung. Die externe Fachperson soll mit dieser Analyse «auch die verschiedenen Handlungsoptionen» aufzeigen. An der Bürgerversammlung 2017 würde der Gemeinderat dann einen definitiven Antrag stellen, so der Gemeinderat.

SSG ist weiter interessiert

Derweil zeigt sich die Sek Arbon bestrebt, den Ball trotz «politischer Schaumschlägerei», die angezettelt worden sei, flach zu halten – und weiter interessiert, die Schüler aus Steinach auch künftig zu unterrichten. «Die Zusammenarbeit hat sich nämlich in all den Jahren sehr gut bewährt», betont Robert Schwarzer. Ein kantonaler Vergleich zeige im übrigen auch, dass Arbon bei den Schülerkosten im Durchschnitt liege.