STEINACH: Es stockt im Dorfzentrum

An der Bürgerversammlung gaben der Dorfkern und die Einmündung bei der Pfauenmoosstrasse zu reden. Zu letzterem gab es gleich zwei Anträge.

Perrine Woodtli
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Die Sicherheit an der Einmündung der Pfauenmoosstrasse in die Rorschacherstrasse in Obersteinach soll erhöht werden. Die dazu geplanten Massnahmen sorgten an der Bürgerversammlung für Gesprächsstoff. (Bild: Rudolf Hirtl)

Die Sicherheit an der Einmündung der Pfauenmoosstrasse in die Rorschacherstrasse in Obersteinach soll erhöht werden. Die dazu geplanten Massnahmen sorgten an der Bürgerversammlung für Gesprächsstoff. (Bild: Rudolf Hirtl)

Perrine Woodtli

redaktionot@tagblatt.ch

Eine Wunderkerze, die Gemeindepräsident Roland Brändli vor der von 246 Bürgern besuchten Gemeindeversammlung entzündet, steht symbolisch für zwei Jubiläen: Die Musikgesellschaft feiert im Juni ihr 130-jähriges Bestehen. 2019 wird der 1250. Ge- burtstag von Steinach gefeiert.

Die Jahresrechnung 2017 der Gemeinde sowie der Elektra schliessen beide mit einem Gewinn ab und werden angenommen. Die Gemeinde verfügt über ein Eigenkapital von 5,52 Millionen Franken. Auch das Budget 2018 wird angenommen. Der Steuerfuss bleibt unverändert bei 119 Prozent. Das letzte Traktandum ist die Sanierung der Schulstrasse. Die Baukosten für den Strassenbau sowie für die Elektra betragen zwei Millionen Franken. Die Bürger stimmen dem Kredit zu. Bei der Einmündung der Pfauenmoosstrasse in die Rorschacherstrasse ist eine überfahrbare Einlenkerverengung und eine Mittelinsel geplant. Der Fussgängerstreifen auf der Pfauenmoosstrasse soll aufgehoben werden. Im Budget 2018 wird dafür ein Kredit von 74 000 Franken eingestellt. Gisela Dudler (CVP) ist von den Sicherheitsmassnahmen nicht überzeugt und fordert stattdessen ein Stoppschild und eine Tempo-40-Zone. Sie stellt den Antrag, dass die 74 000 Franken aus dem Budget gestrichen werden und das Projekt zur Neubeurteilung zurückgewiesen wird. Brändli argumentiert, dass der Entscheid nicht vom Gemeinderat gefällt worden ist, sondern in Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei und dem Kanton. «Laut der Polizei sind eine Temporeduktion und ein Stop nicht realisierbar.» Er bezweifle, dass eine Neubeurteilung etwas bringt. Dudlers Antrag wird angenommen.

«Sonst passiert wieder ein Jahr lang nichts»

In einem Gegenantrag fordert Andreas Lutz, dass der Gemeinderat zwar den Auftrag gemäss Gisela Dudler ausführt, der Kredit aber nicht gestrichen wird. «Ansonsten passiert vielleicht wieder ein Jahr lang nichts.» Der Gegenantrag wird angenommen. Weiter gab das Dorfzentrum zu reden. Einige Bürger drücken ihren Unmut über die schleppende Entwicklung bei der Zen­trumsentwicklung aus. Der 2014 genehmigte Tauschvertrag zwischen der Gemeinde und der Bauherrin, der AG für städtisches Wohnen St. Gallen, ist hinfällig geworden, weil bis Ende 2017 kein bewilligtes rechtsgültiges Baugesuch für die Überbauung vorlag. Das bedeutet, dass die Liegenschaft südlich der Hauptstrasse nicht durch die Gemeinde übernommen werden kann. Das Baugesuchsverfahren ist hängig. Bruno Peterer will das Baugesuch zurückweisen, mit der Begründung, dass zunächst die Grundeigentümersituation geklärt werden müsse. Gemeinderat An­dreas Popp erklärt, dass es sich beim Baugesuch um ein laufendes Verfahren handele. «Der Gemeinderat kann derzeit nichts tun. Die Bürgerversammlung kann rechtlich nicht zu einem Baugesuch Anträge stellen.» Brändli betont, dass bezüglich der Landflächen nichts unternommen wird, bis über das Gesuch entschieden ist.