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STEINACH: Die Bucht ladet wieder zum Bade

Dank einer neuen Abwasserleitung hat sich die Wasserqualität der Steinach verbessert. Auch Lebewesen haben den Weg zurück in den Fluss gefunden.

Es stank nach Abwasser, das Wasser war trüb und schäumte. Bis 2014 bestand die Steinach bei tiefen Wasserstand zu 80 Prozent aus gereinigtem St. Galler Abwasser aus der ARA Hofen. Trotz ­guter Reinigungsleistung war die Wasserqualität der Steinach schlecht. Die gesetzlichen Anforderungen wurden jahrelang nicht erfüllt. Das gereinigte Abwasser der Steinacher Kläranlage ARA Morgental führte über eine Leitung 670 Meter vom Ufer entfernt in den See. Seit das Abwasser aus der ARA St. Gallen-Hofen hinzugekommen ist, konnte die Leitung nicht mehr alles Wasser aufnehmen. Eine zweite Leitung führt seit Juni 2014 in den See und ist fast doppelt so lang. Sie befördert das Abwasser 1,3 Kilometer vom Ufer entfernt, ausserhalb der Bucht, in eine Tiefe von 26 Meter. 25 Millionen Franken kostete die Investition. Bei trockenem Wetter transportiert die Leitung heute täglich 28000 Kubik gereinigtes Abwasser.

Baden ist weiterhin problemlos möglich

Es gab Befürchtungen, dass die Wasserqualität in der Bucht unter dem zusätzlichen Abwasser aus der ARA St. Gallen-Hofen leidet. Messungen des Umweltamts der Kantone St. Gallen und Thurgau lassen nun aber aufatmen: «Die Wasserqualität wird durch die Abwassereinleitung nicht beeinträchtigt. Im Mündungsbereich der Steinach hat sie sich wie im Fluss selbst markant verbessert», heisst es im Bericht des Kantonalen Amts für Wasser und Energie. Während mehrerer Monate wurden Wasserproben untersucht. «Die entnommenen Proben vom Seebad Steinach, Mobilheimpark Weidenhof und im Mündungsbereich der Steinach zeigen, dass das Baden problemlos möglich ist», sagt Michael Eugster, Leiter des Amts für Wasser und Energie im Kanton St. Gallen. Im Mündungsbereich der Steinach sei die Keimbelastung am deutlichsten zurückgegangen. Dennoch ist der Fluss stärker belastet als das Seewasser. Denn: Bei Regenwetter erfolgen Entlastungen aus den Kanalisationen. Dank der verbesserten Wasserqualität haben sich auch Lebewesen wie Insektenlarven, Würmer oder Schnecken erholt. Fischer sagen, der Fang sei wieder schmackhaft. Weiterhin nachweisbar ist hingegen die Belastung mit Phosphor, Stickstoff und organischen Stoffen im Bereich der Aachmündung. Vorwiegend verursacht durch die landwirtschaftliche Nutzung.

Mikroverunreinigung bald beseitigen

«Das war ein schöner Moment, als wir die Badeverbotsschilder abmontieren konnten. Die Lebensqualität hat sich hier stark verbessert», sagt Roland Brändli.

Zufrieden zeigt sich auch Roland Boller, Geschäftsführer des Abwasserverbands Morgental. Medikamentenrückstände, Chemikalien, Waschmittel, Kosmetika, Farben – vieles finde man im See wieder. Bis 2022 werden die ARA Morgental und St. Gallen-Hofen eine zusätzliche Reinigungsstufe zur Eliminierung von Mikroverunreinigungen einführen.

Jolanda Riedener

arbon

@thurgauerzeitung.ch

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