Steinach: 87,8 Prozent sagen Ja

STEINACH/ST.GALLEN. Wie erwartet ist in der Stadt St. Gallen gestern die Vorlage zur Verbesserung der Wasserqualität der Steinach angenommen worden. Das Resultat zur fast völlig unbestrittenen Vorlage fiel überzeugend aus: 87,8 Prozent der Stimmenden sagten Ja.

Reto Voneschen
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Dermassen deutliche Abstimmungsresultate, die ihre Entscheide bestätigen, haben Politikerinnen und Politiker gerne: 17 002 städtische Stimmberechtigte folgten gestern Stadtrat und Stadtparlament und sagten Ja zur Steinach-Vorlage. Nur gerade 2353 Stimmende lehnten sie ab.

Die Stimmbeteiligung lag bei 44,6 Prozent. Dieser relativ hohe Wert dürfte allerdings nicht auf die unbestrittene städtische Vorlage zurückzuführen sein.

Mobilisiert haben die städtischen Stimmberechtigten auch die Ladenöffnungszeiten und die Arbeitslosenversicherung.

Altes Problem endlich lösen

Stadtrat Fredy Brunner zeigte sich gestern hoch erfreut über das klare Resultat. Mit dem Volks-Ja könne ein Problem gelöst werden, über das zwischen St. Gallen und der Gemeinde Steinach während Jahrzehnten diskutiert worden sei.

Schaumteppiche und Geruchsbelästigung gehörten entlang dem Flüsschen und vor allem auch bei seiner Einmündung in den Bodensee hoffentlich bald der Vergangenheit an.

Weitere Probleme zu lösen

Die ausserordentlich hohe Zustimmung zu einer technischen und auch nicht billigen Vorlage führte Fredy Brunner gestern in einer ersten Analyse auf die gute Vorbereitung und die regional breite Abstützung des Geschäfts zurück.

Ein eigentlicher Abstimmungskampf über die Vorlage zur Verbesserung der Wasserqualität der Steinach fand im Vorfeld des gestrigen Sonntags nicht statt, weil eine organisierte Opposition fehlte. Vereinzelt gab's in Leserbriefen Kritik. Dass man das geklärte Abwasser aus der städtischen ARA Hofen bei Wittenbach nicht mehr in die Steinach, sondern direkt in den Bodensee einleite, löse das Grundproblem nicht. Dafür müsse man die Qualität der Kläranlage verbessern.

Mit dem gleichen Vorbehalt hatten auch Umweltverbände ihre Ja-Parolen verknüpft. Sie forderten zudem genügend grosse Restwassermengen sowie eine Renaturierung verbauter Abschnitte der Steinach und ihrer Zuflüsse auf Stadtgebiet.

Voraussetzung für Kooperation

Die Verbesserung der Klärleistung sei ganz klar ein Thema, bestätigte gestern Stadtrat Fredy Brunner früher gemachte Aussagen. Als Nächstes werde es um die Beseitigung so genannter Mikroverunreinigungen im Abwasser gehen.

Diese Frage werde die Stadt aber nicht mehr im Alleingang in der ARA Hofen lösen, sondern zusammen mit dem Abwasserverband Morgental in dessen gleichnamiger Kläranlage. Die gestern bewilligte Vorlage schaffe gute Voraussetzungen für eine technisch sinnvolle Kooperation in diesem Bereich.

Mit Abwasser Strom produzieren

Mit der Vorlage zur Verbesserung der Wasserqualität in der Steinach hat das Stadtsanktgaller Stimmvolk einen Kredit von 21 Millionen Franken bewilligt.

Damit soll eine rund fünf Kilometer lange Druckleitung von der ARA Hofen zur ARA Morgental in Steinach gebaut werden. Das geklärte Abwasser wird damit nicht mehr in Wittenbach der Steinach zugeleitet, sondern fliesst ins Morgental, wo ein Kleinkraftwerk damit Strom erzeugen soll. Gerechnet wird mit einer Jahresproduktion, die dem Bedarf von rund 1000 städtischen Haushalten entspricht.

Stadt als Hauptträgerin

Zum Projekt gehört weiter eine neue Leitung in den Bodensee. Durch sie kann das gereinigte Abwasser aus Hofen und Morgental in grösserer Tiefe als bisher eingeleitet werden. Die Stadt als Hauptträgerin des Projektes zahlt 21 Millionen Franken. Die Gemeinde Wittenbach und der Abwasserverband Morgental steuern zusammen nochmals gut vier Millionen bei.