Stadtrat schlägt Umgestaltung light vor

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Kreuzlingen Vor knapp einem Jahr hat der Stadtrat die Abstimmung zur Sanierung und Aufwertung der Romanshornerstrasse verloren. Nun präsentiert er einen neuen Vorschlag für Massnahmen in der Verkehrsführung durch Kurzrickenbach. Schliesslich ist die Kantonsstrasse in einem schlechten Zustand und weist betriebliche Mängel auf. Ernst Zülle versichert, man habe die Kritikpunkte aufgenommen und wolle nun eine mehrheits­fähige Lösung präsentieren.

Im Vorfeld der Abstimmung im Februar sei ziemlich gegen das Projekt geschossen worden. Die schmalere Fahrbahn, das Tem- po 30 durch den Ortskern und der vorgesehene Mischverkehr von Velo und Auto seien die Hauptgründe für die Ablehnung gewesen. Auch habe viele gestört, dass der Bus auf der Fahrbahn halten sollte. Die eigentliche Aufwertung von Kurzrickenbach sei jedoch unbestritten gewesen. Das neue Projekt gleicht dennoch in vielem dem ­alten. Zwar gibt es vor und nach dem Dorfkern wieder Radstreifen, im Zentrum wird aber weiterhin auf solche verzichtet. Dafür bleiben die Mittelstreifen im Projekt, die beim Abbiegen helfen und es Fussgängern erleichtern sollen, die Strasse zu überqueren. Übergänge gibt es nur noch mit Inseln. Die Fläche für die Fussgängerstreifen wurde wieder reduziert. Es wird aber durchgehend ein Trottoir mit einer Breite von minimal 1,50 Meter zur Verfügung stehen, auch bei den Engstellen.

Autofahrer sollen nach wie vor runter vom Gas

Der Bus wird noch an einer Stelle auf der Fahrbahn halten. «Das ist aber auch notwendig. Wir brauchen diese Lücken im Verkehrsfluss, damit eingespurt und abgebogen werden kann», betont ­Zülle. Die Temporeduktion auf 30 km/h wurde gestrichen. Doch auf Grund der optischen Gestaltung des Strassenraums rechnen die Planer damit, dass der Durchschnitt nur noch 35 km/h fährt. Das Zentrum von Kurzrickenbach soll ausserhalb des Strassenraums einen einheitlichen Belag, zum Beispiel eine Pflästerung, bekommen. Die Parkplätze bleiben erhalten, sie werden nur leicht zurückgesetzt.

Die Gesamtkosten des Projekts liegen bei 6,4 Millionen Franken. Der Beitrag der Stadt beträgt 2,76 Millionen und ist ­damit fast gleich hoch wie beim ersten Vorschlag. Der Stadtrat rechnet auch weiter damit, dass beim Bund 880000 Franken an Geldern im Rahmen des Agglomerationsprogramms abgeholt werden können. «Wir hoffen, dass es dank der nach wie vor vorgesehenen Umgestaltung dafür reicht», meint Zülle. Der Rest zahlt der Kanton als Eigentümer der Strasse.

Wenn der Gemeinderat die Botschaft durchwinkt, dann darf das Stimmvolk am 4. März an der Urne entscheiden. Die Umsetzung des Baus ist für 2019 vorgesehen.

Martina Eggenberger Lenz

martina.eggenberger@ thurgauerzeitung.ch