Stadtrat-Entscheid: IG Pro Metropol zeigt sich «empört»

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Arbon Mit Empörung reagiert die IG Pro Metropol auf den Entscheid des Stadtrats, das Hotel Metropol nicht unter Schutz zu stellen. Der Entscheid sei umso widersprüchlicher, als der Stadtrat dem «Metropol» gleichzeitig eine «hohe Denkmaleigenschaft» zuspreche. Nachdem zwei erste Gutachten der Denkmalpflege und von HRS zu gegensätzlichen Schlüssen gekommen waren, hätte die IG erwartet, dass sich der Stadtrat an die Empfehlungen des nachfolgenden Obergutachtens hält. Das Gutachten der Technischen Universität Braunschweig spricht sich aus kulturellen, künstlerischen und städtebaulichen Gründen klar für die Schutzwürdigkeit des «Metropols» aus.

Ebenso hält sich der Stadtrat nach Auffassung der IG nicht an die als verbindlich geltenden ISOS-Richtlinien für die schützenswerten Ortsbilder der Schweiz. Stattdessen bestellte er drei weitere Gutachten, um so doch noch zu den Schlüssen zu kommen, die das HRS-Projekt Riva mit zwei 40 Meter hohen Türmen ermöglichen sollen. Der Stadtrat opfere damit, so die IG, die Interessen des Ortsbildschutzes und des Uferschutzes einer ökonomisch ausgerichteten Maximierung. Mit seinem Anfang August gefällten Entscheid für eine neue Hochhauszone auf der «Metropol»-Parzelle offenbart der Stadtrat, wessen Interessen er konsequent verfolgt.

Empört zeigt sich die IG auch, dass der Stadtrat ganz der Denkweise von HRS folgt, die als Alternative ein Hotel WerkZwei an der Umfahrungsstrasse NLK plant. Dieses Hotel mit einer ähnlichen Grössenordnung wie das «Me­tropol» soll durch das Projekt Riva querfinanziert werden. Naheliegend wäre für die IG eine umgekehrte Querfinanzierung: Das bestehende Hotel an der See-lage müsste durch ein Hochhaus auf dem Areal WerkZwei querfinanziert werden.

Die IG gratuliert den Romanshorner Stimmberechtigten für ihren Entscheid, direkt am Hafen ein Hotel zu ermöglichen. Der Vorstand der IG Pro Metropol mit Arthur Stark (Präsident), Lukas Auer, Kurt Sonderegger, Andrea Vonlanthen und Erica Willi ist überzeugt, dass in Arbon ähnlich entschieden würde. (red)