Stadtleben im Etter-Egloff-Haus

Das Etter-Egloff-Haus an der Freiestrasse wird saniert, grosse Teile komplett neu aufgebaut. Bauherr Beat Frischknecht achtet dabei auf den Denkmalschutz und lässt einzelne Fassadenelemente stehen. Es entstehen 42 Wohnungen und Büros.

Mario Testa
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Besitzer Beat Frischknecht lässt das Etter-Egloff-Haus in Weinfelden sanieren. Einzelne Fassadenbereiche sollen dabei erhalten bleiben. (Bild: Mario Testa)

Besitzer Beat Frischknecht lässt das Etter-Egloff-Haus in Weinfelden sanieren. Einzelne Fassadenbereiche sollen dabei erhalten bleiben. (Bild: Mario Testa)

WEINFELDEN. Ein grosses Loch hat der Bagger schon aus dem Gebäude raus gefressen. Ausser den Aussenmauern ist bereits nicht mehr viel übrig vom Etter-Egloff-Haus an der Freistrasse. Viel mehr als ein paar Fassadenelemente des über hundertjährigen Gebäudes werden zum Schluss auch nicht mehr zu sehen sein. «Wir haben unsere Baupläne mit der Denkmalpflege abgestimmt», sagt Beat Frischknecht, CEO der bfw Liegenschaften, der das Gebäude gehört. «Noch ist nicht bis ins letzte Detail klar, welche Elemente des Gebäudes wir stehen lassen und welche weg dürfen. Deshalb waren vergangene Woche die Abbrucharbeiten auch auf Eis gelegt.»

Umbauten in der Vergangenheit

Das Gebäude ist laut dem Hinweisinventar des Amts für Denkmalpflege in seiner Gesamtform erhaltenswert, der Baukörper hat einen hohen Stellenwert im Siedlungsgefüge. Es wurde jedoch schon im vergangenen Jahrhundert mehrmals umgebaut, und so ist nur noch wenig von der ursprünglichen Teigwaren-Fabrikation mit Betriebsgebäude, Fabrikantenvilla und Industrieschlot erhalten, wie Dorfhistoriker Martin Sax sagt (siehe Kasten).

In den vergangenen Jahren beherbergte das Etter-Egloff-Haus unter anderem die Regionalbibliothek und die Büros der katholischen Landeskirche Thurgau. «Als die Landeskirche einen Neubau realisierte und auszog, gab uns das die Möglichkeit, eine Gesamterneuerung ins Auge zu fassen», sagt Beat Frischknecht. «Fest steht, dass die Regionalbibliothek nach dem Umbau wieder einzieht, dazu gibt es weitere Büros und Gewerberäume im Erdgeschoss.» Im grössten Teil des Gebäudes werden Wohnungen erstellt. 42 loftartige Mietwohnungen mit hohen Räumen sollen entstehen. «Wir verdichten und stocken eine Etage auf», sagt Frischknecht. «Die Lage in der Kernzone, nahe an Zentrum und Bahnhof, ist ideal zum Wohnen. Ich denke, die Wohnungen werden schnell vermietet sein.»

Neuer Name fürs alte Gebäude

Als Totalunternehmer hat Frischknecht die Firma Metabau verpflichtet. «Natürlich ist so ein Bau komplexer als bei einem Neubau», sagt Frischknecht. Er rechnet mit Bauabschluss im Sommer 2017. Dann wird das Gebäude auch nicht mehr Etter-Egloff-Haus heissen, sondern Stadtleben. «Von der Bevölkerungszahl her ist Weinfelden ja eine Stadt, und dem tragen wir Rechnung», sagt Frischknecht.

Insgesamt investiert er mit seiner bfw Liegenschaften AG rund 15 Millionen Franken in die Liegenschaft, die er vor zwölf Jahren der TKB abgekauft hat.

Die Teigwarenfabrik mit Betriebsgebäude und Schlot um 1900. (Bild: pd)

Die Teigwarenfabrik mit Betriebsgebäude und Schlot um 1900. (Bild: pd)

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