Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Stadt soll «das Trösch» managen

Der Stadtrat nimmt das Angebot der Geschwister Roell an: Das von ihnen gebaute Begegnungszentrum am Boulevard soll nach der Eröffnung durch die Stadtverwaltung betrieben werden. Im Herbst entscheidet aber noch der Gemeinderat.
Urs Brüschweiler
Christof Roell, Stadträtin Dorena Raggenbass, Polier Salvatore Barbarotto und Monika Roell freuen sich, dass der Bau zügig voranschreitet. (Bild: pd/Barbara Schwager)

Christof Roell, Stadträtin Dorena Raggenbass, Polier Salvatore Barbarotto und Monika Roell freuen sich, dass der Bau zügig voranschreitet. (Bild: pd/Barbara Schwager)

KREUZLINGEN. Beim Bau ist jetzt etwa Halbzeit. «Das Trösch» wächst jeden Tag, intensiv wird am Rohbau gearbeitet. Im kommenden Frühjahr soll das neue Begegnungszentrum zwischen Boulevard und Sonnenstrasse dann fertig sein. «Unser Ziel ist, am 1. April 2017 die Eröffnung zu feiern», sagt Christof Roell. Wo einst das Traditionsmodehaus stand, entsteht Neues. Die Geschwister Monika und Christof Roell planten und verwirklichen einen vierstöckigen, modernen Bau. Architekt Beat Consoni aus St. Gallen hatte den Wettbewerb für ein gemeinnütziges Multifunktionsgebäude im Stadtzentrum gewonnen. Mit dem Fortschritt auf der Baustelle sind die Initianten bisher sehr zufrieden. «Es wird richtig schön. Ich hab viel Spass, zu sehen, wie <das Trösch> gedeiht», sagt Monika Roell.

Wie einst der «Bären»

Gemeinsam hatten die Geschwister die Vision, für Kreuzlingen ein Zentrum zu realisieren, ähnlich wie es der «Bären» einst darstellte. «Wir sahen die Chance, wieder so etwas zu ermöglichen.» Vereine und Organisationen sollen im «Trösch» günstige Räume mieten können. Kindergeburtstage, Tanzkurse, Band-Proben und vieles mehr kann hier stattfinden. «Es soll einfach leben», sagt Monika Roell. Ein solches Angebot fehle in dieser Qualität in Kreuzlingen derzeit. Beide sehen «das Trösch» auch als einen wichtigen Beitrag zur Belebung des Boulevards.

Eine politische Komponente

Die Initiative und die Investition war bis anhin rein privater Natur. Nun, da die Einweihung absehbar ist, wird die öffentliche Nutzung konkret und das Projekt erhält eine politische Komponente. «Wir standen von Beginn weg im Kontakt mit dem Departement Gesellschaft der Stadt Kreuzlingen und haben uns abgestimmt», erzählt Monika Roell. «Es war von Anfang an unser Anliegen, dass wir mit der Stadt kooperieren.» Das Departement Gesellschaft soll nämlich künftig das Haus organisieren, unterhalten, verwalten und die Räume vermieten. «Wir haben das Angebot von Roells im Stadtrat sorgfältig angeschaut, geprüft und uns letzte Woche dafür entschieden», sagt Dorena Raggenbass.

Gemeinderat hat das letzte Wort

Das letzte Wort liegt allerdings beim Gemeinderat, denn das Konzept sieht ein jährliches Defizit von rund 80 000 Franken vor, welches die Stadt Kreuzlingen zu tragen hätte. Bereits im November werde das Gemeindeparlament über eine entsprechende Botschaft befinden, sagt die Stadträtin. Damit dieser über das Angebot auch gut informiert werde, sei man bereits jetzt im Gespräch mit den Fraktionen, sagt Monika Roell. Ebenso wie Dorena Raggenbass ist sie sich sicher, dass diese Public-Private-Partnership eine Win-win-Situation ist. «Die Idee eines Zentrums haben wir bereits im Rahmen des Generationen-Forums 2014 mit künftigen Nutzern angeschaut», erklärt Stadträtin Dorena Raggenbass. Nach Abklärungen und Verhandlungen hat der Stadtrat nun grünes Licht gegeben, dass die Stadtverwaltung als Betreiberin des Zentrums fungiert. Die Entwürfe eines Nutzniessungsvertrags, einer Leistungsvereinbarung und eines Nutzungs- und Betriebskonzepts sind bereit. Die Eckpunkte in den Verträgen: Die Geschwister Roell bleiben Eigentümer des Gebäudes und stellen es der Stadt miet-/zinsfrei zur Verfügung. Diese trägt dafür die Unterhalts- und Betriebskosten.

Keine gewerbliche Nutzung

Die Mieteinnahmen von den Vereinen und Organisationen bleiben zu 100 Prozent bei der Stadt. Die Tarife werden erst noch erarbeitet. Sie werden für Kreuzlinger günstiger sein als für Auswärtige und sich auch an den anderen mietbaren Lokalitäten der Stadt orientieren, erklärt Dorena Raggenbass. «Klar ist, das Haus steht allen offen», sagt Monika Roell. Nur eine gewerbliche Nutzung sei ausgeschlossen, da «das Trösch» eben ein gemeinnütziges Projekt sei. Interesse sei genug vorhanden. Das evangelische Hilfswerk (Heks) und die offene Jugendarbeit (OJA) seien als Nutzer bereits fix. Es wird im «Trösch» kein bedientes Restaurant oder Café geben, sondern lediglich eine Küche und eine Cafeteria, welche ebenfalls für Anlässe zu mieten ist. Das Raumangebot unterscheide sich klar von jenem im neuen Stadthaus oder im geplanten Kulturzentrum. «Das sind andere Zielgruppen», sagt Dorena Raggenbass. «Es wird wohl niemand einen Kindergeburtstag im Sitzungszimmer des Stadthauses veranstalten.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.