Stadt schwimmt nicht mit

Der Schwimmclub Arbon wollte vom 5. bis 11. Juli die Schweizer Meisterschaft im Synchronschwimmen organisieren. Die Stadt lehnt das Gesuch ab. SC-Arbon-Präsident Jacob Auer ist enttäuscht. Er versteht die Argumentation der Stadt nicht.

Andrea Kern
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Arbon ohne Synchronschwimmen. Diesen Sommer soll keine Swiss Synchro stattfinden. (Bild: ky)

Arbon ohne Synchronschwimmen. Diesen Sommer soll keine Swiss Synchro stattfinden. (Bild: ky)

«Schwimmerinnen aus Japan, USA, Andalusien, Schweden, Polen und der ganzen Schweiz schwärmen noch heute von der Swiss Synchro», teilt Jacob Auer in der gestern verschickten Medienmitteilung mit. Der Präsident des Schwimmclubs ist enttäuscht. Wie bereits im Jahr 2006 wollte der SC Arbon auch in diesem Sommer im Freibad eine offene Schweizer Meisterschaft im Synchronschwimmen durchführen.

Doch der Stadtrat hat das Gesuch abgelehnt, mit der Begründung, «eine permanente Badbelegung in der Wettkampfwoche sei für die Arboner Bevölkerung nicht tragbar», wie es in der Mitteilung heisst.

Hallenbad wird umgebaut

«Bereits 2008 hat der Schwimmclub dem Verband ein Gesuch für eine Durchführung der Swiss Synchro 2010 in Arbon vorgelegt», blickt Jacob Auer zurück. Eine Open-Meisterschaft, wie der Wettkampf in Freibädern heisst, findet nicht jedes Jahr statt.

«Aus Witterungsbedingungen bevorzugen die Athletinnen nämlich Hallenbäder», erklärt der Schwimmclubpräsident. So sollte die Swiss Synchro 2010 zuerst im Hallenbad Oerlikon durchgeführt werden. «Da dieses aber umgebaut wird, kam im Januar trotzdem eine Open-Meisterschaft und somit erneut Arbon zur Sprache.» Erfreut darüber habe der Vorstand des SC Arbon die notwendigen Vorbereitungsarbeiten erledigt und am 28. Februar vom Schwimmverband die definitive Zusage zur Durchführung erhalten.

Becken nicht permanent belegt

«Nach der ersten Absage durch den Stadtrat informierten wir uns über die konkrete Belegung des Schwimmbades.» Laut Jacob Auer wäre das Freibad nicht die ganze Woche über belegt. «Der Belegungsplan sah vor, dass von Montag bis Freitag immer mindestens zwei Bahnen für die Badegäste zur Verfügung stehen.

Lediglich an den Wettkampftagen, Samstag und Sonntag, müsste das ganze 50-Meter-Becken beansprucht werden.» Der Präsident weist zudem darauf hin, dass während dieser Zeit der See und das Schwimmbad Romanshorn zur Verfügung stehe, wo mit der Saisonkarte ein freier Eintritt ermöglicht werde. Trotzdem wurde das zweite Gesuch abgelehnt.

Werbung für Arbon und Region

Jacob Auer kann den Entscheid der Stadt nicht nachvollziehen. «Der letzte Anlass vor vier Jahren begeisterte viele Arbonerinnen und Arboner», sagt er. Reklamationen seien bei ihm keine eingegangen. «Wir gaben den Leuten morgens Platz zum Schwimmen und informierten die Anwohner über die Musik.» Er sei lediglich darum gebeten worden, den Anlass nicht jedes Jahr durchzuführen.

Dass der Termin für die Absage eine Rolle spielte, lässt Jacob Auer nicht gelten: «Bei der Schweizer Meisterschaft im Turmspringen wird nur das Turmbecken gesperrt. Daneben ist ein normaler Betrieb möglich. Und die Wasserball-Matches sind jeweils um 20.30 Uhr, wenn die Badi bereits geschlossen ist.» Der Präsident versteht nicht, dass die Stadt den Werbeeffekt ignoriert: «Das ist Werbung für die Stadt und die Region, die nichts kostet.» Über die Auslastung der Hotels in dieser Zeit könne er sich nicht äussern.

«Doch die Hoteliers haben sich gefreut, als ich sie über die Veranstaltung informierte.»

Jacob Auer (Archivbild: me)

Jacob Auer (Archivbild: me)

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