Stadt schielt auf einen Investor

Unter dem Strich legt die Stadt Arbon bei den sechs eigenen Gastronomiebetrieben drauf. Sie will deren Attraktivität und die Rentabilität verbessern. In der Pole ist ein Partner, der auch bereit ist, Investitionen in den Ausbau zu leisten.

Max Eichenberger
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Andreas Balg Stadtpräsident Arbon (Bild: Nana Do Carmo)

Andreas Balg Stadtpräsident Arbon (Bild: Nana Do Carmo)

ARBON. Am 26. Mai wird der Stadtrat darüber entscheiden, wie die sechs städtischen Gastrobetriebe künftig bewirtschaftet und geführt werden sollen. Das kündigte Stadtpräsident Andreas Balg gestern vorgängig einer Sitzung einer sechsköpfigen Arbeitsgruppe an. Ihr liegen die Ergebnisse der Evaluation der Awit Consulting AG vor. Diese hat im Auftrag der Stadt die Pacht der Gastrobetriebe neu ausgeschrieben und die Konzepte der Interessenten geprüft.

Über 50 Kontakte

Laut Balg habe die Awit mit über 50 Kontakte gehabt. Zwischenzeitlich hat sie eine Selektion vorgenommen. Und vorletzte Woche hätten die Mitglieder der Arbeitsgruppe – neben Balg gehören ihr Remo Tambini, Leiter Abteilung Bau, Bereichsleiter Hanspeter Mazenauer, Stadtrat Reto Stäheli, Parlamentarierin Monika Strauss und Ralf Schönung, Awit, an – Gespräche geführt mit potenziellen Betreibern. Dabei sind laut Balg auch die Konzepte präsentiert worden. Mehr Inhaltliches zum Verfahren kann er in der jetzigen Phase allerdings nicht erläutern.

Die Arbeitsgruppe werde jetzt eine Empfehlung zu Handen des Stadtrates ausarbeiten. «Als Diskussionsvorlage» kommt diese Balg zufolge am 12. Mai in den Stadtrat, der vierzehn Tage später dann definitiv entscheiden werde.

Noch nichts unterschrieben

Derzeit seien «verschiedene Optionen» möglich, Verträge noch keine unterschrieben, stellt Balg klar. Wenngleich «noch alles offen» ist: Tendenziell werde ein Gesamtanbieter bevorzugt – wenn denn das Gesamtpaket mit Angebot, Qualität und Investitionsbereitschaft stimme, lässt Balg durchblicken: «Es ist so, dass wir in erster Priorität eine Gesamtvariante verfolgen und das bei heutigem Stand am konkretesten ist – aber allein darauf fokussieren wir uns nicht», gibt sich Balg vage. Zumindest ein Interessent bringe aber dieses Potenzial mit. Um wen oder welche Gruppe es sich dabei handelt, sagte indes Balg nicht.

Stadt will nicht drauflegen

Klar ist die Stossrichtung des Stadtrates: das aufeinander abgestimmte Angebot soll insgesamt attraktiver werden und die gastronomischen Betriebe damit rentabler. «Uns schwebt vor, dass wir die Hülle zur Verfügung stellen, für den Ausbau und die Einrichtungen aber der Pächter sorgt. Wir gäben ihm den nötigen unternehmerischen Spielraum, attraktive Konzepte umzusetzen. Je mehr er investiert, je tiefer würden die Pachtzinse angesetzt», erklärt Balg die Überlegungen.

Investitionen stehen an, vor allem im Panorama-Restaurant Seepark. Dort hat die Stadt das kantonale Lebensmittelinspektorat im Nacken. «Ich bin nicht bereit, auch nur einen Franken in die Hand zu nehmen, wenn nicht ein gutes Konzept vorliegt, von dem ich überzeugt bin, dass es kostendeckend ist», betont Balg. «Es darf auch im Sinne der Steuerzahler nicht sein, dass die Stadt Geld investiert und noch mehr drauflegt.»

Pächter nicht aus dem Rennen

Gespräche geführt habe man auch mit den jetzigen Pächtern. Sie hätten bekundet, gerne weiterzumachen – zumindest kurzfristig bis einige Jahre. Laut Balg sind sie noch nicht aus dem Rennen. Es seien auch Zwischenvarianten denkbar, dass nicht einer alles übernimmt. Absehbar sei, dass ein neues Gesamtkonzept «schrittweise umgesetzt» werde. Dies auch wegen Fristen. So hat die Stadt erst im März einen zweijährigen Pachtvertrag für die Wirtschaft zum Schloss abgeschlossen. Diese gehört neben dem Panorama-Restaurant Seepark und dem Strandbad-Restaurant zu den drei «Leuchtturm-Betrieben».

Stadt würde profitieren

Für Stadtpräsident Andreas Balg ist klar: Wenn ein Partner im Boot ist, der selber Investitionen mitträgt, sei die Motivation grösser, Betriebe erfolgreich zu führen – und damit auch die Identifikation. «Davon wiederum profitiert die Stadt.»

Die Gartenwirtschaft des Restaurants Panorama Seepark. (Bild: Max Eichenberger)

Die Gartenwirtschaft des Restaurants Panorama Seepark. (Bild: Max Eichenberger)

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