Stadler liefert 50. Doppelstock aus

ERLEN. Mit einem kleinen Festakt feiert das Thurgauer Unternehmen den Jubiläums-Roll-out. Eine Delegation der SBB und des Zürcher Verkehrsverbunds reist nach Erlen, um den neuen Zug zum Hauptbahnhof Zürich zu geleiten.

Rita Kohn
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Franz Kagerbauer, Direktor des Zürcher Verkehrsverbundes, Peter Spuhler, Inhaber und CEO der Stadler Rail, sowie Barbara Remund, Leiterin SBB Regionalverkehr, feiern die Auslieferung. (Bild: Reto Martin)

Franz Kagerbauer, Direktor des Zürcher Verkehrsverbundes, Peter Spuhler, Inhaber und CEO der Stadler Rail, sowie Barbara Remund, Leiterin SBB Regionalverkehr, feiern die Auslieferung. (Bild: Reto Martin)

Stolz sind sie alle drei. Peter Spuhler, weil er als Inhaber und CEO der Stadler Rail die Auslieferung des 50. Doppelstockzugs des Typs Kiss feiern kann, Franz Kagerbauer, Direktor des Zürcher Verkehrsverbundes, weil es ein Zug in den ZVV-Farben ist und Anna Barbara Remund, Leiterin SBB Regionalverkehr, weil die Züge bei den Fahrgästen so gut ankommen.

Darum stand schon eine Weile fest, dass diese Auslieferung eine ganz besondere sein wird. «Der Zug ist Teil des bisher grössten Auftrags, den die Stadler Rail bisher bekommen hat», sagt Peter Spuhler. Und kündigt dann – von den Gästen interessiert aufgenommen – an, dass die Zahlen vielleicht bald mal getoppt werden könnten.

2008 unterschrieben

Peter Spuhler wirft in seiner kurzen Ansprache einen Blick zurück auf die Anfänge des Auftrags. Dieser sei am 31. August 2008 mit einem Vertrag besiegelt worden. 21 Monate später ist der erste Zug der bestellten Serie im Hauptbahnhof Zürich eingefahren. Im Dezember 2011 erhielt die Stadler Rail die Zulassung, dem ersten kommerziellen Einsatz eines Regio Dostos stand nichts mehr im Wege.

Nun ist der grössere Teil der bestellten Züge ausgeliefert, doch noch sind 19 Züge im Auftragsbestand. Laut Peter Spuhler 33 Züge werden danach für den Einsatz in Schweden gebaut. «Und in Übersee sind wir noch an ein paar Projekten dran, die vielversprechend sind.» Doch der gestrige Tag ist der Tag des Regionalverkehrs in Zürich. Die Auslieferung des Jubiläumszugs sei nicht etwa an die Agenda und Verfügbarkeit der eingeladenen Persönlichkeiten gebunden gewesen, sagt Anna Barbara Remund. Es ist die termingerechte Übergabe des Zuges an die Auftraggeber. Und dass alle es möglich machten, bei dieser Übergabe dabei zu sein, sei eine Anerkennung an die Stadler Rail. Anna Barbara Remund sagt: «Die Zahl 50 ist eine ganz spezielle.» Einige werden froh sein, dass sie erreicht ist, andere werden wehmütig sein, dass sie schon vorübergezogen ist.»

Für sie ist die Geschichte des Doppelstockzugs eine Erfolgsgeschichte, die sich auch auf die Zusammenarbeit aller Beteiligten stützt. «Diese Zusammenarbeit klappte ausgesprochen gut.» Natürlich habe es Momente der Auseinandersetzung und auch mal rote Köpfe gegeben. «Aber wenn wir uns getrennt haben, lag immer eine Lösung auf dem Tisch und es konnte im Guten weitergehen. Wir wollen zusammen ans Ziel kommen.»

Den Zug begleiten

Für die Leiterin des Regionalverkehrs ist es auch ein besonderer Moment, den Zug in Erlen zu besteigen und ihn nach Zürich zu begleiten. Das sei etwas, das man nicht häufig erleben könne. «Es ist ein besonderes Highlight für mich, das zu erleben.»

An Diskussionen rund um Details wie Licht oder Sitze erinnert sich auch Franz Kagerbauer. Und daran, dass der 12. November eine Bedeutung hat: Am 12. November 2008 habe ich die erste Maquette des Zugs gesehen.» Was damals Holzgerüst war, wurde bald zum ersten Doppelstockzug der Stadler Rail, der mittlerweile schon rund fünf Jahre im Netz der ZVV unterwegs ist. Das Echo der Passagiere und der Lokführer auf den Zug ist gut. «Aus meiner Sicht ist dieser Zug ein voller Erfolg.» Und mit einem Schmunzeln sagt Kagerbauer, er bedaure nur, dass sie so «schmörzelig» gewesen seien und nicht grad eine runde Zahl an Zügen geordert hätten. So blieb es bei 19.

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