Stadler investiert in Erlen

ERLEN. Das Inbetriebnahmezentrum der Firma Stadler Rail in Erlen wird für rund 8,5 Millionen Franken erweitert. Die Halle ist zu kurz für die neuen Hochgeschwindigkeitszüge vom Typ EC250. Diese baut das Unternehmen für die SBB.

Hannelore Bruderer
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Die Halle in Erlen wird von 162 auf 230 Meter verlängert. Gleichzeitig steht der Ausbau der Aussengleisanlage bevor. (Bild: pd)

Die Halle in Erlen wird von 162 auf 230 Meter verlängert. Gleichzeitig steht der Ausbau der Aussengleisanlage bevor. (Bild: pd)

ERLEN. Vor fünf Jahren eröffnete die Firma Stadler Rail in Erlen ein neues Inbetriebnahmezentrum (IBS). In der 162 Meter langen Halle werden die Schienenfahrzeuge des Thurgauer Unternehmens mit Sitz in Bussnang jeweils geprüft und in Betrieb genommen.

Für alpenquerenden Verkehr

Im letzten Jahr haben die SBB bei der Stadler Rail 29 neue Nord-Süd-Züge des Typs EC250 bestellt. Die elektrischen Mehrsystem-Triebzüge sollen künftig im alpenquerenden Verkehr zwischen Zürich und Mailand – und später zwischen Frankfurt und Mailand – auf der neuen Eisenbahn-Alpentransversale (Neat) eingesetzt werden. Mit diesem Auftrag stösst die Stadler Rail ins Highspeed-Segment für Züge mit Geschwindigkeiten bis 250 Stundenkilometern vor. Der EC250 ist eine elfteilige Zugskomposition. 19 Stück werden als IC-Variante mit Speisewagen und zehn Stück als IR-Variante ohne Speisewagen gebaut.

Die Halle wird verlängert

Der EC250 weist eine Länge von 200 Metern auf und ist somit länger als das IBS Erlen. «Der neue Zug hätte darin also keinen Platz gehabt», sagt Marina Winder, Leiterin Kommunikation der Stadler Rail. Dies sei der Grund dafür, dass die Halle in Erlen bereits nach wenigen Jahren ausgebaut werden müsse. Die Halle wird auf 230 Meter verlängert, zudem wird die Aussengleisanlage ausgebaut und teilweise für andere bahnübliche Spannungen ausgerüstet. Im Zuge des Umbaus ebenfalls erstellt werden eine sogenannte Senkgruppe und zusätzliche Garderobenplätze für die Mitarbeitenden.

Bis im März 2016

In diesen Wochen wird das Fundament zur Verlängerung der Halle betoniert. Sind diese Arbeiten abgeschlossen, kann mit dem Hallenaufbau begonnen werden. Geplant ist, dass die Hallenerweiterung im März 2016 abgeschlossen sein wird. Die Aussengleise sollten bereits bis Ende 2015 erstellt sein, der Bau der Senkgrube erstreckt sich gemäss Plan bis September 2016. Das Unternehmen schätzt die Kosten für den Ausbau auf rund 8,5 Millionen Franken.

Ein Bekenntnis zum Werkplatz

«Der Ausbau des IBS in Erlen ist für Stadler Rail auch ein Commitment zum Werkplatz Schweiz», hält Marina Winder fest. «Es ermöglicht uns, in Zukunft noch effizienter Schienenfahrzeuge in Betrieb zu nehmen, was die Konkurrenzfähigkeit erhält. Auch in Zukunft wird das Inbetriebnahmezentrum von den Standorten Bussnang und Altenrhein gemeinsam genutzt.»

Peter Spuhler Inhaber und CEO Stadler Rail Group (Bild: Nana do Carmo / TZ)

Peter Spuhler Inhaber und CEO Stadler Rail Group (Bild: Nana do Carmo / TZ)