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SRF-KOMMENTATOR: Immer am Ball geblieben

Seit letztem Sommer kommentiert Mario Gehrer Leichtathletik- und Fussballanlässe live im Fernsehen. Dafür reist der gebürtige Thurgauer an drei von vier Wochenenden durch die Schweiz – aber am Montag ist Papa-Tag.
Alexandra Looser
So entspannt wie hier sitzt Mario Gehrer beim SRF nicht im Kommentatoren-Stuhl. (Bild: Reto Martin)

So entspannt wie hier sitzt Mario Gehrer beim SRF nicht im Kommentatoren-Stuhl. (Bild: Reto Martin)

Wenn im Schweizer Fernsehen Kariem Hussein beim 400-Meter-Lauf die Hürden nimmt, oder kommenden Donnerstag in der Europa League der Steaua Bukarest gegen den FC Zürich antritt, dann werden die Läufe, Ballpässe, Fouls, Stürze, Triumphe und Niederlagen von einer angenehm tiefen Stimme mit leichtem Thurgauer Akzent begleitet. «Hätte mir, als ich klein war, jemand gesagt, ich würde einmal Sportkommentator werden, wäre damals bereits ein Traum für mich in Erfüllung gegangen», sagt Mario Gehrer. Schon als Kind habe er immer Radio gespielt. Mit seiner Stimme die Welt kommentierend nacherzählt.

Heute tut er zwar mit unveränderter Inbrunst dasselbe, nur ist das Kinderzimmer in Horn am Bodensee einem professionellen Studio mit Blick auf die Stadien gewichen. Der frühere Radiosprecher ist nun beim Fernsehen und die Welt nicht mehr unbeschränkt gross – ihr Fokus liegt auf den verschiedenen Arten professioneller körperlicher Betätigung: dem Sport.

Beim Kommentieren müssen die Fakten sitzen

Sportereignisse kommentieren, das bedeutet bekanntlich mehr als nur die Namen der Athleten richtig nennen zu können. Um hier aber bereits Stolpersteine beim Sprechen aus dem Weg zu räumen, notiert sich der 36-Jährige im Vorfeld die Namen der Sportler in Lautsprache und übt sie so lange, bis er sie richtig aussprechen kann. Jeder Match, jeder Leichtathletikwettkampf sei wie eine Prüfung: Will man es richtig machen, müssen die Fakten sitzen. «Ich sammle zuvor enorm viel Material», sagt Gehrer, «natürlich jedes Mal viel zu viel, und wenn der Wettkampf zu Ende ist, habe ich höchstens 20 Prozent dessen erzählt, was ich mir alles notiert habe.» Gehrer hat aber lieber zu viel, statt zu wenig dabei. Denn wenn die Wettkämpfe laufen, müssen die Informationen abrufbar sein.

Live im Fernsehen die Geschehnisse kommentieren ist unmittelbar. Da gibt es kein Zurück. Kein Schneiden im Nachhinein, keine Wiederholung der Szene: Was einmal gesagt ist, haben die Zuschauer in den Stuben der Schweiz fast zeitnah mitgehört. «Es nagt schon an mir, wenn ein Patzer passiert, wenn man vielleicht Fakten vertauscht und es während der Übertragung nicht merkt und korrigieren kann.» Vor allem in der Leichtathletik sei es nicht immer einfach, den Überblick zu behalten. «Wenn alles so kurz aufeinander folgt, diese kurzen Schnitte von Disziplin zu Disziplin, dann muss man wirklich am Ball bleiben.» Doch sei genau dies das Faszinosum des Kommentators. Und in der Leichtathletik habe man ja auch immer noch den Co-Kommentator.

Wäre Gehrer selbst einer der Athleten, die während ihres Laufes kommentiert werden, wäre dies die biographische Kurzfassung im faktenreichen Dossier: Mario Gehrer wohnt mit seiner Frau und den gemeinsamen Töchtern (16 Monate und vier Jahre alt) in Winterthur, ganz in der Nähe des Stadions Deutweg. In seiner Freizeit joggt er gerne, fährt Mountainbike und spielt Fussball, wenn es die Zeit zulässt. Am Monat ist fixer Papa-Tag, während drei von vier Wochenenden das Kommentieren von Leichtathletik oder Fussball im Zentrum steht. Gehrers Medienkarriere begann nach der KV-Lehre bei Radio Top. Als sein Praktikum endete, wurde er fest angestellt. Um im Journalismus noch sattelfester zu werden, schulte sich Gehrer an der Zürcher Hochschule Winterthur (ZHAW) in Kommunikation.

Vom Radio zum Fernsehen

2006 bewarb er sich während dieser Ausbildung für ein Praktikum beim SRF und übernahm auch danach Monat für Monat kleinere Aufgaben. Und als für 2009 das zweijährige SRF Sport-Stage ausgeschrieben wurde, ergatterte Gehrer den beliebten Ausbildungsplatz. Seit 2011 ist er Redaktor in der Abteilung Sport und wechselte letzten Sommer zum Kommentatorenteam der Leichtathletik. Im Oktober 2015 gab er sein Début als Fussball-Kommentator beim Klassiker FC Basel – FC Zürich. «Ich musste mich erst umgewöhnen, Fussball zu kommentieren», sagt Gehrer. Da er zuvor hauptsächlich die Leichtathletik mit den schnell wechselnden Disziplinen kommentierte, habe er auch beim Fussballspiel von Anfang an Vollgas gegeben. «Bei meinem ersten Spiel sagte mir der Produzent über den Kopfhörer, dass ich mich entspannen könne und 90 Minuten Zeit hätte, das Spiel zu kommentieren.»

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