Sprayer meldet sich nicht

WEINFELDEN. Evangelisch-Weinfelden hofft noch immer, dass sich der anonyme Graffiti-Schreiber zu erkennen gibt. Falls er oder sie das nicht tut, gibt es nun doch eine Anzeige gegen Unbekannt wegen Sachbeschädigung.

Esther Simon
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Einer von drei Graffiti-Sprüchen an der evangelischen Kirche in Weinfelden, daneben der offene Brief an den Sprayer oder die Sprayerin. (Bild: Archiv/Mario Testa)

Einer von drei Graffiti-Sprüchen an der evangelischen Kirche in Weinfelden, daneben der offene Brief an den Sprayer oder die Sprayerin. (Bild: Archiv/Mario Testa)

Vor Wochen hatte ein Sprayer oder eine Sprayerin drei Texte auf die Aussenwand der evangelischen Kirche in Weinfelden geschrieben (die Thurgauer Zeitung berichtete). Mit einem offenen Brief wollten Kirchenpräsident Helmut Wiegisser, Pfarrer Richard Häberlin und der Synodale Hans Peter Niederhäuser dem oder der Unbekannten die Möglichkeit geben, sich zu melden. «Die Sprüche sind nicht dumm», sagt Wiegisser, «sie haben uns zum Nachdenken angeregt.» Zu lesen war beispielsweise: «Wir sehen nur einen Ausschnitt der Welt. Gott muss viel verzweifelter sein.»

Viele positive Reaktionen

Bisher hat sich der Sprayer nicht gemeldet. «Die Chance ist zwar sehr gering, aber wir geben die Hoffnung nicht auf», sagt Niederhäuser, «wir wollen uns nach wie vor auf einen ernsthaften Dialog mit dem Graffiti-Schreiber einlassen.» Bei Meldung müsse sie oder er nicht mit einer Anzeige rechnen. Das sieht auch Helmut Wiegisser so. Er habe sehr viele Reaktionen von Leuten erhalten, die das Vorgehen der Kirche gut finden.

Kein Verständnis

Im Dorf gibt es aber auch Stimmen, welche kein Verständnis dafür haben, dass ein Anonymer die Aussenwände der Kirche besprüht und die Vorsteherschaft keine Anzeige gegen Unbekannt wegen Sachbeschädigung einreicht. «Wenn er oder sie sich meldet, gibt es keine Anzeige», sagt auch Wiegisser, «aber wenn sich niemand meldet, dann erstatten wir Anzeige gegen Unbekannt.» Und: «Sollte es weitere Sprayereien am Kirchengebäude geben, dann werden wir mit aller Härte vorgehen.» Den entstandenen Sachschaden kann Wiegisser noch nicht beziffern.

Helmut Wiegisser Präsident Kirchenvorsteherschaft Evangelisch-Weinfelden (Archivbild: Esther Simon)

Helmut Wiegisser Präsident Kirchenvorsteherschaft Evangelisch-Weinfelden (Archivbild: Esther Simon)