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Spontaner Akt der Solidarität

KRADOLF. Unter dem Eindruck der enormen Schäden, die das Unwetter vom 14. Juni in Kradolf angerichtet hat, rufen Johanna und Andrea Willi einen Hilfsfonds ins Leben. Die Gemeinde unterstützt die Initiative in administrativen Belangen.
Georg Stelzner
Es geht trotz allem weiter: Walter Schönholzer, Gemeindepräsident von Kradolf-Schönenberg, freut sich auf der abgesperrten Heldswilerstrasse über die private Initiative des Kradolfer Ehepaars Johanna und Andrea Willi. (Bild: Georg Stelzner)

Es geht trotz allem weiter: Walter Schönholzer, Gemeindepräsident von Kradolf-Schönenberg, freut sich auf der abgesperrten Heldswilerstrasse über die private Initiative des Kradolfer Ehepaars Johanna und Andrea Willi. (Bild: Georg Stelzner)

Nahezu drei Stunden stehen Johanna und Andrea Willi am letzten Sonntag auf der Autobahn bei Wil im Stau. Wasser hat die Fahrbahn überschwemmt, an ein Weiterkommen ist in Anbetracht des Unwetters lange Zeit nicht zu denken.

In dieser ohnehin schon prekären Situation wird das Ehepaar telefonisch über die Situation am Wohnort informiert. Johanna und Andrea Willi befürchten das Schlimmste, gelangen über Umwege nach Kradolf und können dort ihren Augen kaum trauen: Ihr Heim an der Unteren Sonnenbergstrasse ist vom Gewitter weitgehend verschont worden. «Wir hatten nur einen Stromausfall zu beklagen, und etwas Wasser war in den Keller eingedrungen», erzählt Andrea Willi.

Nicht alles ist versichert

Am Montagvormittag bekommt das Ehepaar das ganze Ausmass der Verwüstungen im Dorf zu Gesicht und ist schockiert. Johanna Willi bietet sofort ihre Hilfe an, auch wenn sie gar nicht weiss, wo sie mit der Arbeit beginnen soll. Am Abend versorgt das Ehepaar die Einsatzkräfte mit Kaffee und Energy Drinks. Das Gefühl von Ohnmacht und Hilflosigkeit bleibt.

In dieser ausweglos scheinenden Situation macht sich Andrea Willi Gedanken. Er fragt sich, wer wohl für jene Schäden aufkommen wird, die von keiner Versicherung gedeckt sind. So kommt er auf die Idee, einen Hilfsfonds zu gründen. Doch dazu braucht er ein Spendenkonto. Unverzüglich nimmt Andrea Willi die notwendigen Abklärungen vor und realisiert seinen Plan in Absprache mit der Gemeindeverwaltung. «Meiner Frau und mir war klar, dass man mit dem Sammeln von Geld nicht lange zuwarten darf», sagt Andrea Willi. Die Gefahr, dass die Leute schnell vergessen, was geschehen ist, sei viel zu gross.

Mit gutem Beispiel vorangehend, haben Johanna und Andrea Willi als erste einen Betrag einbezahlt, um dem Hilfsfonds eine solide finanzielle Basis zu verschaffen. Gemeindepräsident Walter Schönholzer ist für diese private Initiative sehr dankbar. «Das ist eine Superidee!», sagt er. «Die Versicherungen werden bestimmt nicht für alle Schäden zahlen. Deshalb gehe ich davon aus, dass recht viele Einwohner auf Geld aus diesem Fonds angewiesen sein werden.»

Kommission entscheidet

Ganz im Sinne des Ehepaares Willi werden die Spenden von der Gemeinde verwaltet. Diese wird – zeitlich befristet – eine Kommission einsetzen, deren Aufgabe darin besteht, über die Zuteilung der Hilfsgelder zu entscheiden. «Berücksichtigt werden Härtefälle», führt der Gemeindepräsident aus. Geschädigte müssten sich bei der Gemeindeverwaltung melden. Die kantonale Steuerverwaltung hat inzwischen bestätigt, dass Spenden für den Hilfsfonds steuerlich abgezogen werden können.

Walter Schönholzer ist überzeugt, dass das schlimme Ereignis die Gemeinde zusammenschweissen wird. «Wir haben ein Unglück erlitten, doch wir werden es gemeinsam meistern.» Kradolf-Schönenberg sei jetzt eine Schicksalsgemeinschaft.

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