Spitze Schnäbel und schrille Töne

BISCHOFSZELL. Fünf Guggenmusiken und zwei Schnitzelbankgruppen waren an der Beizenfasnacht unterwegs. Verse über das Rathaus sorgten in Bischofszeller Restaurants und Bars für Heiterkeit.

Rudolf Steiner
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Guggerin der Schlümpfe aus Baden an der Beizenfasnacht. (Bild: Rudolf Steiner)

Guggerin der Schlümpfe aus Baden an der Beizenfasnacht. (Bild: Rudolf Steiner)

Es herrschten hochwinterliche Verhältnisse am Freitagabend. Aber die Guggen, Göpfischränzer aus Glattfelden, Gugeploger aus Erlen, Schlümpfe aus Baden sowie Chesselflicker und Popularis aus Bischofszell, sorgten mit ihrem Sound beim Monsterkonzert auf dem Grubplatz für eine heisse Stimmung.

Von Jordi bis Armstrong

Schrill und laut ging es in den Restaurants und Bars Eisenbahn, Linde, Rosengarten, Michelangelo, Bistro zuTisch und Yambalaya weiter. Auch wenn sie an der Beizenfasnacht die kleinste Gugge war, fielen die zwölf Schlümpfe dank ihrer Aufmachung auf. Nicht nur wegen ihres Outfits wurden die Schnitzelbänkler Flosschaoten aus Romanshorn und Thurgeier aus Bischofszell beachtet. Bissig brachten sie mit humorvollen Versen das Geschehen aus Politik, Sport und Kultur auf den Punkt. HC Thurgau, Christoph Mörgeli, Francine Jordi, Nationaltrainer Hitzfeld, Ueli Maurer, Fussballwettmafia, englisches Königshaus, Lance Armstrong. Es gab kaum etwas, worauf sie mit ihren spitzen Schnäbeln nicht hemmungslos herumhackten.

Uraufführung Ratshausblues

Eine Überraschung lieferten die vier Thurgeier mit der Uraufführung der 17 Strophen des Ratshausblues. Denn das Geschehen rund ums Rathaus lieferte brisanten Stoff. Vor allem Josef Mattle bekam sein Fett ab, aber auch die übrigen Stadträte waren ein Thema. Und zwar nicht unbedingt durch ihre Taten wie beim Stadtammann, sondern durch das, was sie nicht gemacht hatten. So orakelten sie: «Döt lauft sit Johre s'gliche Stück, s'Publikum das strahlt vor Glück, won i mir no nöd sicher bi, isch s'Truurspiel oder Comedy?» oder «Git's en Stadtrot oder nöd? Mer finded d'Frog gar nöd blööd. Eigentli isch einerlei, dä Sepp entscheidet doch älai!» Dass dieses Jahr der Radsport nicht nur wegen Lance Armstrong Geschichten lieferte, lag am Tour-de-Suisse-Radsportfest. «Än Azeig hät dä Schulthess gmacht, die ganzi Schwiz do dröber lacht, dä Sepp dä tuet das nöd goutiere und tuet dä Schulthess suspendiere», dokumentierten sie.

Aber die vier Thurgeier kritisierten nicht nur, sondern gaben Ratschläge, um aus der Krise herauszukommen: «I dere ganze heikle Gschicht, informiert dä Stadtrot nicht. Drom tuend mer jetzt postuliere, dä Stadtrot uf drüü z'reduziere. Dä vier andere rooted mer no hüt, d'Städtlibühni suecht no Lüt. Döt spieled er mit cooler Miene, Theater isch för eu Routine.» Mit den Sprüchen wurden sie vom Publikum gefeiert.