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Spitex auch nachts auf Pikett

ARBON. Als Zusatzleistung führt die Spitex Arbon und Umgebung ab 1. Juli einen Nacht-Pikettdienst ein. Wenn die Fallpauschale 2012 kommt und Patienten früher aus den Spitälern entlassen werden, rechnet man mit einem steigenden Pflegebedarf.
Max Eichenberger
Das Team der Spitex Arbon bereitet sich auf die neuen Anforderungen vor. (Bild: pd)

Das Team der Spitex Arbon bereitet sich auf die neuen Anforderungen vor. (Bild: pd)

«Wir kommen mit dem Nacht-Pikettdienst einem Bedürfnis unserer Klienten und auch der Angehörigen entgegen», begründet Geschäftsführerin Gertrud Rechsteiner den Schritt. Sie leitet ein Team von 26 Mitarbeiterinnen, die sich auf 14 Vollzeitstellen aufteilen.

Druck auf Übergangspflege

«Nur schon die Möglichkeit, nachts anrufen zu können und eine Ansprechperson zu haben, bietet eine gewisse Sicherheit.» Die Spitex wappne sich mit der Einführung des Nacht-Pikettdienstes aber auch für die Zeit, wenn die neue Fallpauschale (ab 2012) umgesetzt sein wird. Dann sei davon auszugehen, dass Patienten früher aus den Spitälern entlassen werden und der Druck auf die Akut- und Übergangspflege steigt. «Das kann bedeuten, dass wir künftig auch in der Nacht einmal notfallmässig einen Verband wechseln müssen oder sonst eine dringende Pflege verrichten müssen.»

Komplexer und anspruchsvoller

Tendenziell stellt Gertrud Rechsteiner fest, dass heute schon tagsüber der Pflegebedarf aufwendiger und die Pflegesituationen komplexer und anspruchsvoller geworden sind: von der Wundversorgung, der Betreuung chronisch Kranker bis zur Palliative-Begleitung, die vermehrt gefragt sei. «Wir sind bestrebt, unser Dienstleistungsangebot auf neue Bedürfnisse auszurichten und damit für die Zukunft gerüstet sein», sagt die Geschäftsführerin. Denn im Gesundheitsmarkt bewegt sich derzeit viel.

Bis 85 Einsätze täglich

Rechsteiner verweist auch auf die demographische Bevölkerungsentwicklung. Weil die Menschen immer älter werden, komme vermehrt Arbeit auf die Spitex zu: «Allein vorletzte Woche hatten wir zum Beispiel zwölf Neueintritte, das ist ausserordentlich viel», sagt Gertrud Rechsteiner.

Extrem könnten manchmal auch die Schwankungen sein, wenn anderseits Klienten ins Pflegeheim übertreten, sterben oder wenn Leistungen nicht mehr benötigt werden. «Im Durchschnitt haben wir pro Tag 75 Einsätze, dass kann aber bis 85 gehen und bedingt eine grosse betriebliche Flexibilität.»

Pikett-, kein Notfalldienst

Jetzt kommt der Nacht-Pikettdienst von 19 bis 7 Uhr hinzu, in den sich zehn diplomierte Pflegefachfrauen und – ab August – ein zusätzlicher Pflegefachmann teilen. Der nächtliche Pikettdienst kann über eine spezielle Nummer aufgeboten werden.

Gertrud Rechsteiner relativiert aber die 24-Stunden-Verfügbarkeit, die in der Akut- und Übergangspflege je nach Krankheitsfall erforderlich ist: «Wir sind ein Pikettdienst und kein allgemeiner Notfalldienst.» Er werde nur für pflegebedürftige Klienten aus Arbon und Horn angeboten. Im Bedarfsfall, nach telefonischer Vorabklärung, sind die Spitex-Leute innert einer halben Stunde vor Ort, wo sie allenfalls weitere Massnahmen treffen oder den Notfallarzt herbeirufen können.

Ordentlich bald bis 22 Uhr

In naher Zukunft ist Gertrud Rechsteiner zufolge in Arbon noch kein vollwertiger Nachtdienst analog der Stadt St. Gallen geplant. Ordentlich betreut die Spitex Arbon pflegebedürftige Menschen zwischen 7 und 20 Uhr. Rechsteiner: «Diese Betreuungszeit wird gemäss der neuen Pflegefinanzierung und der neuen Leistungsvereinbarung mit der Stadt Arbon und der Gemeinde Horn in absehbarer Zukunft auf 22 Uhr ausgedehnt.»

Stadt gleicht Unterdeckung aus

Bedarfsabklärung, Beratung, Grund- und Behandlungspflege werden nach verschiedenen Tarifen über die Krankenkasse verrechnet; auch Leistungen, die Klienten neu über den Nacht-Pikettdienst beanspruchen. Aus dem KVG (Krankenversicherungsgesetz) generierte die Spitex 2010 Erträge von 650 000 Franken, bei der Haushilfe 150 000 Franken, über Materialverkäufe 60 000 Franken. Die Fixkosten der Spitex werden über Grundbeträge pro Einwohner abgegolten. Die Stadt leistet eine Deckungsgarantie. 2010 glich die Stadt Arbon eine Unterdeckung von 400 000 Franken aus. Der Horner Beitrag machte 61 000 Franken aus.

Service Public als Vorgabe

«Wir sind anderseits über die Leistungsvereinbarung verpflichtet, den Service Public sicherzustellen», betont Gertrud Rechsteiner. «Was uns unter anderem von privaten Anbietern unterschiedet, ist also die Versorgungspflicht, die wir gegenüber sämtlichen Einwohnern im Vertragsgebiet Arbon–Horn zu erfüllen haben.» 70 000 Franken kommen an Mitgliederbeiträgen herein.

Spitex-Geschäftsführerin Gertrud Rechsteiner. (Bild: me)

Spitex-Geschäftsführerin Gertrud Rechsteiner. (Bild: me)

Verbandwechsel: 75 Einsätze leistet die Spitex Arbon im Schnitt täglich. (Bild: pd)

Verbandwechsel: 75 Einsätze leistet die Spitex Arbon im Schnitt täglich. (Bild: pd)

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