Spielerisch über den Röstigraben

Das kantonale Historische Museum ist Geschichte. Im Romanshorner Massivlagerhaus will in Zukunft das Schweizer Spielmuseum ausstellen. Mit einer Zweigstelle erhofft sich die Waadtländer Organisation, in der Deutschschweiz Fuss zu fassen. Die Eröffnung soll schon in drei Jahren sein.

Tanja von Arx
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Spiele gehören zu seiner Arbeit: Ulrich Schädler, Direktor des Schweizer Spielmuseums. (Bild: pd)

Spiele gehören zu seiner Arbeit: Ulrich Schädler, Direktor des Schweizer Spielmuseums. (Bild: pd)

ROMANSHORN. Erst kürzlich wurden die langjährigen Pläne begraben, nun liegen bereits neue vor. Anfang Monat hat der Regierungsrat mitgeteilt, dass das Massivlagerhaus in Romanshorn nicht als Standort für das Historische Museum in Frage kommt. Jetzt wird bekannt, dass das Schweizer Spielmuseum mit Sitz in La Tour-de-Peilz VD im ehemaligen Lagerhaus eine Zweigstelle eröffnen will.

«Ich traute meinen Augen nicht»

«Wir wollen den Sprung über den Röstigraben schaffen», sagt Ulrich Schädler. Der Direktor des Schweizer Spielmuseums kann sich dafür keinen besseren Ort vorstellen. «Als ich herkam, traute ich meinen Augen nicht.» Es habe verblüffende Parallelen gegeben im Hinblick auf die Lage am See, den Hafen, die Anlegestelle für die Schiffe; das Schloss, den Blick ins nahe Ausland und die gleich grosse Einwohnerzahl. Darum stehe man jetzt mit der Kornhaus Romanshorn AG, die im Besitz des Massivlagerhauses ist, in Verhandlungen.

Die Verantwortlichen des Schweizer Spielmuseums haben vor, im westlichen Teil des Erdgeschosses auszustellen. Dort sieht die Kornhaus Romanshorn AG laut Geschäftsführer Peter Schnückel eine Fläche für Museen, einen Festsaal sowie eine gastronomische und nautische Nutzung vor. «Auf 1300 Quadratmetern entstehen eventuell zwei Museen und eine Fläche für Sonderausstellungen, die auch Dritten zur Verfügung steht», sagt Schädler. Angedacht ist eine Dauerausstellung zu den Themen «Reise durch die Welt in Spielen» und «Die Schweiz im Spiel». Man sehe davon ab, dasselbe wie in La Tour-de-Peilz zu zeigen. «Es soll komplementär sein, und die Ostschweizer haben andere Interessen.» Die Sonderausstellungen sollen jedoch an beiden Orten zu sehen sein. «Das dürfte kein Problem sein, da sie in drei Sprachen durchgeführt werden.»

Der Stiftungsrat des Schweizer Spielmuseums hat dem Vorhaben bereits zugestimmt. Laut Schädler steht jetzt die Finanzierung im Vordergrund. «Welche Fläche bekommen wir? Wie teuer ist sie, und auf wie viel beläuft sich der Betrieb?» Man stehe mit Investoren in Kontakt und suche des weiteren Sponsoren. Der Direktor ist optimistisch. «Weil es sich um eine Filiale handelt, geht es um einen Bruchteil der Kosten.» Der Personalstamm sei vorhanden, zusätzliche Mitarbeiter brauche es nur vor Ort. Für die Sammlung müsse man kein Depot einrichten.

Gut, dass beim Hafen etwas geht

Das Projekt passe gut zur Entwicklung in der Region, sagt Schädler unter Verweis auf den geplanten Spielplatz bei der Bunkerwiese. «Es ist gut, dass etwas geht.» In drei Jahren will das Schweizer Spielmuseum eröffnen. Vielleicht könne man schon vorher ein Spielefest im Sommer durchführen, sagt der Direktor. Er betont, dass es sich um einen Vorschlag handle. Das Projekt komme zustande, wenn der Stadtrat und die Bevölkerung es auch gut fänden.

Massivlagerhaus am Hafen: Das Schweizer Spielmuseum will im westlichen Teil des Gebäudes ausstellen. (Bild: Reto Martin)

Massivlagerhaus am Hafen: Das Schweizer Spielmuseum will im westlichen Teil des Gebäudes ausstellen. (Bild: Reto Martin)

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