Spielen ist gut für das Hirn

ZIHLSCHLACHT. Die Gönnervereinigung Pro Humanis zeichnete am Dienstag zwei wissenschaftliche neurologische Studien mit dem Eberhard-Ketz-Preis aus. Die beiden Forscherteams kommen in diesem Jahr aus Basel und Genf.

Erwin Schönenberger
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Peter Grau, Präsident der Gönnervereinigung Pro Humanis, übergibt den Preisgewinnern aus Genf und Basel die Diplome. (Bild: Andrea Stalder)

Peter Grau, Präsident der Gönnervereinigung Pro Humanis, übergibt den Preisgewinnern aus Genf und Basel die Diplome. (Bild: Andrea Stalder)

«Die beiden preisgekrönten Studien sind besonders herausragend und wertvoll für die künftige Behandlung neurologisch geschädigter Patienten», lobte Professor René Müri in seiner Laudatio. Er durfte die beiden Autorenteams aus Basel und Genf mit dem Eberhard-Ketz-Preis auszeichnen.

Gute Resultate erzielt

Das Autorenteam aus Basel beschäftigte sich in seiner Studie mit der Wirkung spielerischer Therapieformen und zeigte dabei auf, dass ein computerbasiertes Trainingsprogramm bei Parkinsonpatienten sehr gute Resultate bei Gedächtnisstörungen und Aufmerksamkeitsstörungen bringt.

Auch weil es den Patienten Spass macht und gerne angewendet wird. «Spielen ist ebenso effektiv wie eine traditionelle Rehabilitationsweise», folgert aus dieser Studie.

Sprache und Motorik verbessern

Die zweite Studie des Forscherteams aus Genf befasste sich damit, welche Faktoren die Verbesserung von Sprache und Motorik bewirken. Mit Hilfe von Auswertungen von EEG-Untersuchungen bewiesen die Autoren, dass eine Erholung nach einem Schlaganfall umso grösser ist, je früher die Synchronisierung im Gehirn wieder zunimmt. Die Arbeit leistet einen wichtigen Beitrag zum Verständnis, wie verschiedene Hirnregionen nach dem Hirnschlag zusammenarbeiten, und wie wichtig diese Zusammenarbeit für eine klinische Verbesserung ist.

Forschung mit Preis fördern

Die Gönnervereinigung Pro Humanis, die eng verbunden ist mit der Rehaklinik Zihlschlacht, hat es sich zur Aufgabe gemacht, neben der Hilfe für Patienten auch Forschung im neurologischen Bereich mit einem Preis zu fördern. Dazu wurde der mit 10 000 Franken dotierte Eberhard-Ketz-Preis geschaffen, der auf den ehemaligen Professor für Neurologie in Zihlschlacht zurückgeht und in diesem Jahr zum zweiten Mal verliehen wurde. Der Preis wird alle zwei Jahre für wissenschaftliche Arbeiten aus der klinischen Forschung der Neurorehabilitation an Forscher vergeben wird, die an einer Klinik oder einem Institut der Schweiz tätig sind. Eine Kommission unter dem Vorsitz von René Müri, Professor und Chefarzt am Inselspital Bern, bewertet im Vorfeld der Verleihung die eingegangenen Arbeiten und wählt daraus eine oder mehrere Studien aus, die mit dem Eberhard-Ketz-Preis ausgezeichnet werden. Die feierliche Preisverleihung fand am Dienstag im Neubau der Rehaklinik Zihlschlacht statt. Peter Grau, Präsident der Gönnervereinigung Pro Humanis, konnte zu diesem Anlass neben den Preisträgern zahlreiche Gäste aus Medizin und Politik begrüssen.

Umrahmt wurde der feierliche Abend von musikalischen Beiträgen des Duos Monodia.