Spender sollen Bau mitfinanzieren

KREUZLINGEN. Der Verein Besmerhuus will ein neues Wohnhaus für Behinderte auf dem eigenen Grundstück realisieren und dafür das Mietobjekt an der Brückenstrasse aufgeben. Knapp einen Zehntel der Kosten von sieben Millionen Franken sollen Gönner beitragen.

Martina Eggenberger Lenz
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Ihr Plan wird konkret: Besmerhuus-Präsident Christian Winterhalter, Architektin Susanne Müller und Heimleiter Markus Bruggmann. (Bild: Donato Caspari)

Ihr Plan wird konkret: Besmerhuus-Präsident Christian Winterhalter, Architektin Susanne Müller und Heimleiter Markus Bruggmann. (Bild: Donato Caspari)

Die drei Gebäude auf dem Areal des Besmerhuus werden demnächst durch ein viertes ergänzt. Der Spatenstich für das neue Wohnhaus soll noch diesen Sommer oder Herbst erfolgen. Die ausserordentliche Generalversammlung des Vereins hat anfangs dieser Woche dem Bauvorhaben definitiv grünes Licht erteilt.

Die Finanzierung des 7-Millionen-Baus ist ein grosser Lupf für den Verein. Der Kanton steuert 2,83 Millionen bei. Das Besmerhuus muss 4,2 Millionen Franken selbst aufbringen. Der Vorstand hat es sich zum Ziel gesetzt, mindestens 640 000 Franken an Spendengeldern zu generieren, um die Kosten für den Verein möglichst tief zu halten. «Bis jetzt haben wir etwa einen Drittel beisammen», sagt Präsident Christian Winterhalter.

Auf jedem Stock eine WG

Der Verein will aktiv nach möglichen Geldgebern suchen und hat zu diesem Zweck eine eigene Broschüre gestaltet, die für das Anliegen wirbt. Auch überlegt man sich gezielte Aktionen, die Geld in die Kasse spülen sollen. Ursprünglich ging man davon aus, dass der Neubau günstiger realisiert werden könnte. Der Entscheid, eine Tiefgarage zu bauen und der vorgesehene Minergiestandard hätten die Mehrkosten verursacht, so Winterhalter. Der Neubau verfügt über drei Stockwerke und ein Kellergeschoss mit Tiefgarage. Auf jedem Stock gibt es eine Wohngruppe mit sieben Bewohnerzimmern. Dazu kommen je ein Gemeinschaftsraum, mehrere Balkone und Räume für das Personal.

Mehr Platz für alle

Heute sind die Menschen, die Tag und Nacht vom Besmerhuus-Team betreut werden, auf zwei Standorte verteilt: die alte Villa an der Besmerstrasse und das Mehrfamilienhaus an der Brückenstrasse. An beiden Orten seien die Strukturen nicht optimal, sagt Heimleiter Markus Bruggmann. Die alte Villa mit der 17er-WG platze aus den Nähten, und an der Brückenstrasse seien die Platzverhältnisse ebenfalls eng, die Bewohner hätten zum Teil kein Einzelzimmer, und es gebe keine Gemeinschaftsräume. Ausserdem sind wegen der Distanz viele Transporte nötig und die Mietzinsen hoch.

Im Neubau, der voraussichtlich 2014 bezugsbereit ist, würden alle Brückenstrasse-Bewohner Platz finden. Zudem sollen einige Bewohner der Villa zügeln, damit die Platzverhältnisse dort besser werden. Insgesamt verfügt das Besmerhuus über 32 Wohnplätze und 13 Plätze für Betreuung in der Tagesstätte für Externe. 55 Mitarbeiter sorgen für ihr Wohl.