Spendengelder für Truhenorgel

ARBON. Die Martinspfarrei besass früher bereits eine Truhenorgel. Nun ist dieses Instrument in Belgien wieder erhältlich – die Hälfte der Kosten soll durch Spenden hereinkommen. Bischof Felix Gmür wird die Orgel einweihen.

Hedy Züger
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Kirchenmusiker Dieter Hubov spielt auf der Truhenorgel in der Kathedrale St. Gallen (Archivbild: Hedy Züger)

Kirchenmusiker Dieter Hubov spielt auf der Truhenorgel in der Kathedrale St. Gallen (Archivbild: Hedy Züger)

Truhenorgeln sind praktisch. Sie tönen nicht nur gut, sondern sind vielfältig einsetzbar. Etwa ab dem Jahr 1750 besass die Martinspfarrei eine sogenannte Prozessionsorgel, die mit einem Blasbalg funktionierte. Alt Pfarrer Anton Hopp erinnert sich, dass das defekt gewordene Instrument auf dem Dachboden der Kirche stand; er war damals Ministrant.

Im Gedenkjahr für Gallus

Schon frühere Kirchenmusiker hätten sich gerne eine neue Truhenorgel gewünscht – besonders für das Spiel in der Galluskapelle. Als daher die Kirchenvorsteherschaft und der Pfarreirat erste Fäden für das Gallusjahr 2012 spannten, kam der Gedanke auf, dieses Instrument könnte ins Gedenkjahr aufgenommen werden. Die Umsetzung der Idee wurde erleichtert, weil die mobile Orgel in Belgien wieder hergestellt und bei uns in vielen Pfarreien benutzt wird.

Die Kirchgemeinde stimmte dem Kauf zu. Es ist vorgesehen, nicht in vollem Umfang die Kirchenkasse dafür heranzuziehen, sondern die Hälfte der Kaufsumme von 46 000 Franken auf dem Spendenweg zu erbitten. Bisher sind 5653 Franken eingegangen, 5000 Franken an Sponsoring ist fest zugesagt. Kürzlich erhielt die Kirchgemeinde ausserdem aus einem Legat 2000 Franken. Kirchenpräsident Dominik Diezi gibt bekannt, dass auch diese Summe der Sammlung für die Truhenorgel zufliesst. Die Unterlagen liegen weiterhin im Schriftenstand auf, dabei ist ein Flyer mit einer Kreidezeichnung des jungen Gallus mit dem Wanderstab.

Buch über Gallus

1400 Jahre seit Gallus – für das Gedenkjahr 2012 wurde bereits ein Grobkonzept erstellt. Kürzlich lud Organist Dieter Hubov zu einem Benefizkonzert für die Truhenorgel. Musikalische Anlässe, Vorträge sowie die Präsentation des neuen Buches über Gallus von Max Schär setzen die Reihe fort. Im November 2012 wird Bischof Felix Gmür ausserdem die Truhenorgel auf den Namen Gallusorgel einweihen.

Zu Gast in Arbon

Gallus kam 612 nach Arbon, weil sich hier bereits eine christliche Gemeinde befand – die Römer waren in ihrer Garnison der christlichen Lehre gefolgt. Der Mönch dürfte für Arbons Gastfreundschaft Dankbarkeit empfunden haben. Er wurde hier gesund gepflegt und hat den damaligen Pfarrer Hiltibold an seinen im Kloster Luxeuil erworbenen Kenntnissen der biblischen Bücher teilhaben lassen. Gallus starb in Arbon. St. Gallen existierte noch lange Zeit nicht.

Bereits spenden Sympathisanten zwei- und mehrstellige Summen für das neue Instrument – im Andenken an den angesehenen Gast im frühen Arbon.

Kreidezeichnung von Gallus auf den Spendenunterlagen. (Bild: pd)

Kreidezeichnung von Gallus auf den Spendenunterlagen. (Bild: pd)