Spektakel mit einem Tag Verspätung

AMRISWIL. Wegen des Dauerregens mussten beim 51. Internationalen Motocross Amriswil alle Samstagrennen abgesagt und teilweise auf den Sonntag verschoben werden. Die Zuschauer kamen dann aber gestern umso mehr auf ihre Kosten.

Rudolf Steiner
Merken
Drucken
Teilen
Weder Auto noch Töff. Die Vehikel der Kategorie Quad kurz nach dem Start. (Bilder: Donato Caspari)

Weder Auto noch Töff. Die Vehikel der Kategorie Quad kurz nach dem Start. (Bilder: Donato Caspari)

Auch am frühen Sonntagmorgen konnten noch keine Trainingsläufe absolviert werden, um die Strecke nicht zu stark zu strapazieren, wie der Speaker das Publikum informierte. Aber die Verhältnisse wurden immer besser, und so konnte es dann losgehen. Das Publikum liess sich vom ständig schöner werdenden Herbstwetter animieren. So verfolgten ab dem Mittag mehrere tausend die spektakulären Rennen.

Einfache Reifenwahl

Angesichts der zumindest oberflächlich total matschigen Strecke gab es wenigstens bei der Wahl der Reifen keine Probleme. «Bei diesen Verhältnissen ziehen wir ohne lange zu überlegen die Schlammreifen auf», sagte Peter Egger aus Stachen. Er ist mit der ganzen Familie mit seinem Sechsplätzer-Wohnmobil an der Rennstrecke und als Mechaniker für seinen 19jährigen Sohn Marco im Einsatz, der die Schweizer Meisterschaftsläufe bestreitet.

Bereits am Feiern hingegen ist der 40jährige Martin Krieg, der mit seinem «Plampi» Marius Strauss zum drittenmal Schweizer Meister in der Seitenwagenklasse geworden ist. Für seinen Beifahrer ist es der dritte SM-Titel nach 2010 und 2011, allerdings mit einem anderen Fahrer. Auch bei ihnen ist ein Teil der Familie an der Rennstrecke und hat mitgefiebert. Mutter Strauss ist ganz stolz auf ihren Sohn, und zur Feier des Tages wird gleich an Ort und Stelle vor dem Wohnmobil einer Torte der Garaus gemacht. Mitbeteiligt sind auch einige meist weibliche Hardcorefans, wie es im Motorsport eigentlich üblich ist. So auch das attraktive Quartett Ladina, Vanessa, Andrea und Lina aus Arbon, die ob des erneuten Schweizer-Meister-Titels fast aus dem Häuschen sind: «Schon wieder haben Thurgauer Fahrer den Schweizer-Meister-Titel im Seitenwagenfahren geholt», stellen sie ganz entspannt fest.

Abschleppdienste gefragt

Weniger entspannt sind mittlerweile die ersten Wohnmobil- und Lieferwagenfahrer, die nicht mehr aus eigener Kraft von ihren Standplätzen wegfahren können, weil sie hoffnungslos im Schlamm stecken bleiben. «Am Freitag gab es hier noch keine Probleme», sagte ein Fahrer aus Tschechien, währenddem ihn ein Bauer mit dem Traktor an den Haken nahm und auf die sichere Zufahrtsstrasse abschleppte. regionalsport 51

Seitenwagen im Schlamm. (Bild: Donato Caspari (Donato Caspari))

Seitenwagen im Schlamm. (Bild: Donato Caspari (Donato Caspari))

Motocrossfahrer mit beschränkter Sicht. (Bild: Donato Caspari (Donato Caspari))

Motocrossfahrer mit beschränkter Sicht. (Bild: Donato Caspari (Donato Caspari))

Zuschauer in der ersten Reihe. (Bild: Donato Caspari (Donato Caspari))

Zuschauer in der ersten Reihe. (Bild: Donato Caspari (Donato Caspari))

Motorräder im Anflug. (Bild: Donato Caspari (Donato Caspari))

Motorräder im Anflug. (Bild: Donato Caspari (Donato Caspari))